Null Tore, null Punkte, vorzeitiges Aus nach zwei Spielen: Die Türkei erlebt bei der ersten WM-Teilnahme seit 2002 ein Desaster. So reagieren internationale Medien.
Can Uzun (links) und Kenan Yildiz sind Beispiele für die hohe Qualität im Kader der Türkei – dennoch steht das WM-Aus bereits nach zwei Gruppenspielen fest.
Von red/dpa
Für die Türkei endet die erste WM-Teilnahme seit 2002 mit einer großen Enttäuschung, dem vorzeitigen Vorrunden-Aus. Die Spieler um Superstar Arda Güler („Das ist auch beschämend, wir entschuldigen uns bei unserem Volk“) gehen schon unmittelbar nach der Partie hart mit sich ins Gericht, auch in türkischen und internationalen Medien gibt es Kritik am Team um Trainer Vincenzo Montella. Die Pressestimmen:
Türkei
Hürriyet: „Bitterer Abschied von der Weltmeisterschaft. Null Tore, null Punkte.“
Habertürk: „Für uns bricht eine Welt zusammen. Die Niederlage gegen Paraguay, obwohl der Gegner mehr als eine Halbzeit lang nur mit zehn Spielern auf dem Platz stand, gehört zu den schmerzhaftesten Enttäuschungen in der WM-Geschichte unseres Landes.“
Milliyet: „Kein Lächeln auf den Gesichtern. Familien und Kinder versammelten sich noch vor Tagesanbruch vor Großbildschirmen, schwenkten türkische Fahnen und hofften auf ein Fußballfest – nur um mit ansehen zu müssen, wie die WM-Reise der Nationalmannschaft vorzeitig zu Ende ging.“
Fanatik: „Obwohl unsere Nationalmannschaft als Favorit für das Weiterkommen in ihrer Gruppe galt, schied sie aus, ohne auch nur ein einziges Tor zu erzielen. [...] Die Türkei wurde zudem zur ersten Mannschaft seit mindestens 1966, die in einem WM-Spiel mehr als 77 Prozent Ballbesitz verzeichnete und dennoch kein Tor erzielte.“
Fotomaç: „Unsere Nationalmannschaft traf mehrfach Aluminium: Im Spiel gegen Paraguay wurden wir wiederholt vom Pfosten und von der Latte gestoppt. Mehrere aussichtsreiche Chancen landeten am Gestänge und trugen letztlich zur Niederlage bei.“
Sözcü: „Die schlechteste Mannschaft des Turniers. Die Türkei schied aus, nachdem sie gegen Paraguay verloren hatte – obwohl sie nach einem Platzverweis 52 Minuten lang in Überzahl spielte. Ein herzzerreißendes Ende ihrer ersten Weltmeisterschaftsteilnahme seit 2002.“
Sabah: „Hakan Çalhanoğlu und Arda Güler üben schonungslose Selbstkritik: „Wir schämen uns.““
WM-Aus der Türkei: Kritik auch unter TV-Experten
Der ehemalige türkische Nationalspieler und TV-Kommentator Nihat Kahveci: „Niemand hat seine Aufgabe erfüllt – auch Torhüter Uğurcan nicht, der normalerweise die entscheidenden Bälle hält. Bitte sagt mir jemand, dass wir träumen, dass das alles nur ein Albtraum ist. Das ist unglaublich.“
Der langjährige TV-Kommentator Ahmet Çakar: „Ich würde Montella mit dem ersten Flugzeug nach Hause schicken.“
Paraguay
ABC: „Die paraguayische Nationalmannschaft hat einmal mehr ihr wahres Wesen unter Beweis gestellt – jenes Wesen, das ihr im Weltfußball historischen Respekt eingebracht hat, jenes Wesen, das in den schwierigsten Momenten zum Vorschein kommt.“
VS Sports: „Heldenhaft! Paraguay besiegt die Türkei.“
Italien
La Gazzetta dello Sport: „Die Türkei verabschiedet sich von der Weltmeisterschaft, Amerika und den Träumen einer jungen, vielversprechenden Generation. Nach zwei Niederlagen in Folge und einer eklatanten Talentverschwendung scheidet sie unter Tränen aus.“
Frankreich
L’Équipe: „Mit der zweiten Niederlage im zweiten Spiel scheidet die Mannschaft von Vincenzo Montella bereits vor dem dritten und letzten Spieltag der Gruppe D aus der Weltmeisterschaft aus. Eine herbe Enttäuschung, insbesondere da sie die gesamte zweite Halbzeit in Überzahl spielte.“
England
The Guardian: „Die Türkei ging mit großen Erwartungen und einer Vielzahl aufstrebender Talente in ihre erste Weltmeisterschaft seit 24 Jahren, schied jedoch torlos und unter Tränen aus, nachdem sie gegen Paraguay erneut schockierenderweise ihre Chancen nicht nutzen konnte.“
Niederlande
De Telegraaf: „Drama für die Türkei: Nach der überraschenden 0:2-Niederlage gegen Australien sorgte die Türkei erneut für eine Überraschung – allerdings wieder im negativen Sinne.“