Deniz Undav und der VfB zeigte trotz des Erfolgs eine durchwachsene Leistung.
Von Philip Kearney
Der VfB Stuttgart hat nach zwei Niederlagen in Folge in der Bundesliga wieder einen Sieg eingefahren. Gegen Aufsteiger SC Paderborn gewann die Mannschaft von Sebastian Hoeneß mit 2:0 (1:0). Die Tore erzielten Jeff Chabot (25.) und Chris Führich (83.)
Spielerisch wusste der VfB über weite Strecken nicht zu überzeugen. Entsprechend fielen auch die Reaktionen auf X aus. Doch der Reihe nach.
Für Dennis Seimen war es ein besonderes Spiel. Der junge Torwart des VfB gab sein Bundesliga-Debüt für den VfB – und das ausgerechnet gegen den Club, bei dem er vergangene Saison auf Leihbasis spielte.
Nicht nur im Netz, sondern auch im Stadion wurde der Torwart bereits vor dem Spiel gefeiert.
Einige Fans hatten Probleme, das Spiel zu verfolgen. Hintergrund: Sky hat seit Freitagabend mit Störungen zu kämpfen.
Die, die das Spiel vor dem TV sehen können, hadern in der 23. Minute mit Leweling. Der lässt nach einem Pass von Undav erst Hansen stehen, spielt dann allerdings nicht den völlig blanken Führich im Rückraum an, sondern probiert es aus sehr spitzem Winkel lieber selbst – ohne Erfolg.
Viel Zeit, sich über die verpasste Führung aufzuregen, bleibt jedoch nicht. Denn zwei Minuten später macht der VfB das 1:0. Stiller chippt die Kugel aus dem Rückraum auf den zweiten Pfosten, wo Chabot sich nach oben schraubt und aus vier Metern unhaltbar für Noll einköpft.
Fünf Minuten später hat der VfB die Chance auf das zweite Tor: Nach einem Konter ist es letztlich Leweling, der aus 13 Metern halbrechter Position mit rechts flach aufs lange Eck abschließen kann. Der satte Schuss klatscht jedoch nur an den Pfosten.
Dann richten sich die Blicke auf Seimen. Der Torhüter pariert erst stark, leistet sich dann jedoch einen Fehlpass im Aufbauspiel, der teurer hätte werden können. Die ersten Fans wünschen sich schon Bredlow zurück, der in Abwesenheit des verletzten Seimen das Tor hütete und zu überzeugen wusste.
Mit 1:0 aus Sicht des VfB geht es in die Pause.
Den Start in die zweite Hälfte verschlafen die Gäste gehörig, die Fans sind bedient.
In der 63. Minute taucht Demirovic plötzlich nach einem Fehlpass im Aufbauspiel der Paderborner frei vor Noll auf. Doch der Stuttgarter scheitert am stark reagierenden Schlussmann des Aufsteigers.
In der 71. Minute erhört Hoeneß die Fans – und wechselt das erste Mal. Jedoch nicht in der Offensive. Stattdessen verlässt der angeschlagene Chabot den Platz. Für ihn kommt Jeltsch in die Partie.
Paderborn muss in der 82. Minute eigentlich den Ausgleich machen. Nach bärenstarkem Steilpass von Vidović aus der eigenen Hälfte heraus ist auf einmal Philippe durch, der die Kugel auf Batista-Meier abgelegt bekommt. Die Schwaben werfen sich jedoch mit mehreren Spielern dazwischen und verhindern gerade noch so den Ausgleich.
Keine Minute später erlöst Führich mit einem Traumtor den VfB und trifft zum vorentscheidenden 2:0. Stiller schickt Führich über links, der sich ein paar Schritte nach vorne tankt und aus spitzem Winkel einfach mal die linke Klebe zündet. Der Ball kracht unhaltbar für Noll im kurzen Eck an die Unterkante der Latte und zappelt mit über 100 km/h im Netz.
Beim 2:0 bleibt es dann auch. So richtig freuen können sich die Fans über den Arbeitssieg jedoch nicht.
Weiter geht es für den VfB am Mittwoch (21 Uhr). Dann treffen die Schwaben in der Champions League auswärts auf Slovan Bratislava. Dort wird eine Leistungssteigerung nötig sein, will der VfB erneut als Sieger vom Platz gehen. In der Bundesliga wartet dann am kommenden Samstag (15.30 Uhr) der Hamburger SV.