Josha Vagnoman (rechts) und der VfB waren in Paderborn viel mit Defensivarbeit gefordert.
Von Dirk Preiß, David Scheu
Der VfB Stuttgart hat durch einen hart erarbeiteten 2:0-Erfolg beim SC Paderborn drei Punkte in der Bundesliga eingefahren. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß: „Wir kommen sehr gut ins Spiel, hatten viel Kontrolle und die eine oder andere gefährliche Situation. Mit dem Tor verlieren wir dann etwas den Faden und geben die Bälle zu schnell her. Wir mussten viel verteidigen, waren viel in der eigenen Hälfte, das haben wir uns so nicht vorgestellt. Die langen Bälle sind nicht einfach zu verteidigen, so hat sich Paderborn vorne festgesetzt. Lange Zeit war es viel Arbeit. Es war aber klar, dass es hier anspruchsvoll wird. Wir waren in einer schwierigen Situation mit drei Punkten aus vier Spielen. Deswegen bin ich sehr happy mit dem Sieg. Ein Kompliment für das Verteidigungsverhalten, die Jungs haben sich gegenseitig gepusht.“
Paderborn-Trainer Ralf Kettemann: „Wir hatten einen schweren Start, haben uns dann an den VfB ran gekämpft. Wir sind eine Gruppe von jungen, Bundesliga-unerfahrenen Spielern. Da geht es darum, von Minute zu Minute zu lernen. Wir müssen nah am Tor öfter die richtigen Entscheidungen treffen und bei den Abschlüssen einfach öfter das Tor treffen. Ein Punkt war möglich heute, das nervt. Aber wir müssen auf unsere Entwicklung schauen, das wir langfristig zu Punkten führen. Und da habe ich heute eine Steigerung gesehen im Vergleich zum Hoffenheim-Spiel.“
VfB-Profi Dennis Seimen: „Es war sehr emotional für mich hier in Paderborn. Es war kein einfaches Spiel für uns, wir mussten viel leiden, was wir natürlich nicht so haben wollten. Wir haben uns trotzdem in jeden Ball reingeschmissen und gefightet. Am Ende sind wir dankbar, dass die Null steht.“
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: „Der Sieg und die Leistung werden uns heute nicht zu Kopf steigen, dafür war die zweite Hälfte eine zu deutliche Erdung. Wir haben von Anfang an gemekrt, dass uns hier nichts zufliegt. Der SCP hat sich mehr als Bundesliga-tauglich gezeigt und hier ja auch schon anderen Mannschaften das Leben schwer gemacht. Es war klar, dass wir Widerstandsfähigkeit brauchen. Wir haben uns in das Spiel gearbeitet und hatten viele Räume, die wir nicht immer genutzt haben. In der zweiten Hälfte sind die Paderborner mit viel Dampf aus der Kabine gekommen, aber wir müssen die Fehler eher bei uns suchen, haben einige Zweikämpfe nicht gewonnen. Da gab es eine Phase, in der der Ausgleich vielleicht auch verdient gewesen wäre. Der Sieg ist nicht ganz unverdient, denn die Räume hatten wir.“
Dennis Seimen wird vor seinem Bundesliga-Debüt in Paderborn von beiden Fanlagern mit Sprechchören gefeiert.
Ein besonderes Spiel ist die Partie auch für Laurin Ulrich (l, SC Paderborn 07), hier im Zweikampf mit Chris Führich. Der Mittelfeldspieler aus der Jugend des VfB wurde vor der Saison an den Aufsteiger aus Paderborn ausgeliehen.
Der VfB verpasst in der 23. Minute die Führung. Undav schickt Leweling im perfekten Moment in die Schnittstelle, der erst Hansen stehen lässt, dann allerdings nicht etwa den völlig blanken Führich im Rückraum anspielt, sondern es aus sehr spitzem Winkel lieber selbst probiert.
Chabot trifft in der 25. Minute zur Führung für den VfB. Stiller chippt die Kugel aus dem Rückraum auf den zweiten Pfosten, wo Chabot sich nach oben schraubt und aus vier Metern unhaltbar für Noll einköpft.
Sebastian Hoeneß muss mitansehen, wie es der VfB fünf Minuten später verpasst, die Führung auszubauen. Nach einem Konter ist es letztlich Leweling, der aus 13 Metern halbrechter Position mit rechts flach aufs lange Eck abschließen kann. Der satte Schuss klatscht jedoch nur an den Pfosten.
Nach der Pause entwickelt sich ein Spiel auf Augenhöhe. Paderborn ist dem Ausgleich näher als der VfB dem 2:0...
… und muss in der 82. Minute eigentlich den Ausgleich machen. Nach bärenstarkem Steilpass von Vidović aus der eigenen Hälfte heraus ist auf einmal Philippe durch, der die Kugel auf Batista-Meier abgelegt bekommt. Die Schwaben werfen sich jedoch mit mehreren Spielern dazwischen und verhindern gerade noch so den Ausgleich.
Keine Minute später erlöst Führich mit einem Traumtor den VfB und trifft zum vorentscheidenden 2:0. Stiller schickt Führich über links, der sich ein paar Schritte nach vorne tankt und aus spitzem Winkel einfach mal die linke Klebe zündet. Der Ball kracht unhaltbar für Noll im kurzen Eck an die Unterkante der Latte und zappelt mit über 100 km/h im Netz.
Es bleibt beim 2:0 aus Sicht des VfB. Trotz einer durchwachsenen Leistung dürfen die Schwaben am Ende doch mit ihren mitgereisten Fans feiern.