Kritik zum „Tatort“ aus Stuttgart

Viel Moral – aber wenig Krimi

In „Zerrissen“ wird ein Junge von den Cousins zur Gewalt gezwungen. Die Polizei braucht den 13-Jährigen, um seiner Familie das Handwerk zu legen.

Sebastian Bootz (Felix Klare) hat Skrupel, ob es richtig ist, auf den 13-jährigen David zu setzen. Sein Kollege (Richy Müller, li.) ist da entschiedener: Mord ist Mord.

© /Linder

Sebastian Bootz (Felix Klare) hat Skrupel, ob es richtig ist, auf den 13-jährigen David zu setzen. Sein Kollege (Richy Müller, li.) ist da entschiedener: Mord ist Mord.

Von Adrienne Braun

Was taugt „Zerrissen“? Der neue „Tatort“ aus Stuttgart im Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Es gibt kaum Zweifel, dass die kriminellen Familien Maslov und Ellinger den Überfall auf einen Juwelier verübt haben, bei dem eine Kundin starb. Die Polizei muss auf den 13-jährigen David setzen, um die Täter dranzukriegen – die dagegen missbrauchen den strafunmündigen Jungen für ihre Zwecke.

Zahl der Leichen 1

Sippenhaft So eine Familie wünscht man keinem. Die harten Jungs wissen, wie sie den 13-Jährigen unter Druck setzen können, und traktieren ihn mit Sprüchen wie „Wir müssen zusammenhalten“.

Aggression Woher der Hass? Nicht nur die Verwandten von David wollen ständig zuschlagen, auch die Sozialarbeiterin Annarose (Caroline Cousin) ist voller Wut und nicht das beste Vorbild für den Teenager aus schwierigen Verhältnissen.

Informant Wie nebenbei kommt ein Bruder ins Spiel, der für die Polizei als Informant tätig war, um die Kriminalität nicht an die nächste Generation seiner Familie weiterzugeben. War er ein Verräter, fragt sich David (Louis Guillaume). Aber nein, erwidert Kommissar Lannert, „er war cool – ein Held!“

Unser Fazit Als Krimi taugt der an sich sehenswerte Stoff nur bedingt. Abgedroschen ist die typische Ballerei zum Schluss, bei der der Junge getroffen wird – hier aber immerhin überlebt.

Spannung Note 3; Logik Note 2

Der Raubüberfall auf einen Juwelierladen  führt die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller, Mitte) und Sebastian Bootz (Felix Klare, re.) direkt zu Alan Maslov (Nils Hohenhövel) und seiner Familie.

© SWR/Benoît Linder

Der Raubüberfall auf einen Juwelierladen führt die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller, Mitte) und Sebastian Bootz (Felix Klare, re.) direkt zu Alan Maslov (Nils Hohenhövel) und seiner Familie.

Die Familien Ellinger und Maslov halten zusammen. Die Oma (Maria Mägdefrau) versucht die gewaltbereite Jugend im Zaum zu halten: Mikel (Oleg Tikhomirov, links), Alan (Nils Hohenhövel, 2. v. r.) und Julia (Caroline Hellwig).

© SWR/Benoît Linder

Die Familien Ellinger und Maslov halten zusammen. Die Oma (Maria Mägdefrau) versucht die gewaltbereite Jugend im Zaum zu halten: Mikel (Oleg Tikhomirov, links), Alan (Nils Hohenhövel, 2. v. r.) und Julia (Caroline Hellwig).

Der Polizei gegenüber ist  die Oma (Maria Mägdefrau) nicht allzu aufgeschlossen und lässt Sebastian Bootz (Felix Klare) auflaufen.

© SWR/enoît Linder

Der Polizei gegenüber ist die Oma (Maria Mägdefrau) nicht allzu aufgeschlossen und lässt Sebastian Bootz (Felix Klare) auflaufen.

Der 13-jährige David (Louis Guillaume. li.)  sitzt zwischen allen Stühlen: Die Sozialarbeiterin Aro (Caroline Cousin) will ihn von dem schlechten Einfluss seiner Cousins Alan (Nils Hohenhövel, 2. v. r.) und Mikel (Oleg Tikhomirov, rechts) fernhalten.

© SWR/Benoît Linder

Der 13-jährige David (Louis Guillaume. li.) sitzt zwischen allen Stühlen: Die Sozialarbeiterin Aro (Caroline Cousin) will ihn von dem schlechten Einfluss seiner Cousins Alan (Nils Hohenhövel, 2. v. r.) und Mikel (Oleg Tikhomirov, rechts) fernhalten.

Die Sozialarbeiterin Aro (Caroline Cousin), die den 13-Jährigen betreut, hält wenig von der Polizei.

© SWR/Benoît Linder

Die Sozialarbeiterin Aro (Caroline Cousin), die den 13-Jährigen betreut, hält wenig von der Polizei.

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Erstellt:
21. Januar 2024, 22:16 Uhr

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