Kaffee-Plantage auf der Intergastra

Die Wilhelma zeigt auf der Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie Kaffeepflanzen aus aller Welt.

Auf der Intergastra zeigt die Wilhelma Kaffeepflanzen aus aller Welt.Auf der Intergastra zeigt die Wilhelma Kaffeepflanzen aus aller Welt.

© Lisa-Marie Grimmer

Auf der Intergastra zeigt die Wilhelma Kaffeepflanzen aus aller Welt.Auf der Intergastra zeigt die Wilhelma Kaffeepflanzen aus aller Welt.

Von Iris Frey

Stuttgart - Auf der Intergastra, der Messe für Hotellerie und Gastronomie, zeigen die Wilhelma und das Coffee Consulate aus Mannheim – das größte unabhängige Forschungs- und Trainingszentrum für Kaffee – vom 3. bis 7. Februar eine Erlebnis-Kaffeeplantage. Auf 300 Quadratmetern werde „die Vielfalt unterschiedlicher Kaffee-Varietäten zu sehen sein“, kündigt der Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann an.

Ein Stammbaum stellt dabei die drei Hauptarten des Kaffees dar: Arabica, Canephora und Liberica. Zudem zeigt der Stammbaum 24 Varietäten, die aus diesen Arten in der Wilhelma gezüchtet wurden. Die entsprechenden Kaffeesträucher sind ebenfalls zu sehen. Experten der Wilhelma und des Coffee Consulate bieten Führungen an, bei denen die Besucher Einblicke in die verschiedenen Verarbeitungsstufen erhalten, vom ungeschälten Rohkaffee bis hin zur gerösteten Bohne. Den Kaffee von 17 Varietäten kann man auch probieren.

„Die Besucher der Intergastra können so sowohl die botanischen Unterschiede als auch die geschmackliche Vielfalt des Kaffees interaktiv erfahren“, sagt Meierjohann. Ergänzt wird die Erlebnis-Kaffeeplantage durch ein Schaubeet mit typischen Pflanzen des afrikanischen Bergregenwalds, wo die weltweite Erfolgsgeschichte des beliebten Heißgetränks begann. Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin verspricht „eine ganzheitliche Erfahrung, die in Erinnerung bleibt.“

Die Wilhelma engagiert sich zusammen mit dem Coffee Consulate schon seit mehreren Jahren für den Erhalt seltener Kaffeevarietäten. Die Sortenvielfalt, die seit den ersten gezielten Züchtungen vor rund 500 Jahren entstanden ist, birgt einen genetischen Schatz. Das haben nicht nur die Botaniker erkannt. Natürliche Resistenzen gegen Pflanzenkrankheiten oder Anpassungen an Trockenheit oder Starkregen können gerade in Zeiten des Klimawandels auch wirtschaftlich von unschätzbarem Wert sein. 2019 wurde die Internationale Erhaltungssammlung für Kaffee-Varietäten ins Leben gerufen. Kaffeebauern in aller Welt stellten Saatgut ihrer regionaltypischen und teils seltenen Varietäten zur Verfügung. So kamen 120 Varietäten zusammen. Von jeder zog die Wilhelma ein Exemplar heran, das zu einem üppigen Strauch heranwachsen darf und im Schaubereich präsentiert werden kann. Zwei weitere Exemplare werden regelmäßig gestutzt und bilden hinter den Kulissen die eigentliche Erhaltungssammlung. Björn Schäfer, der Fachbereichsleiter der Botanik in der Wilhelma, erklärt die Idee dahinter: „Sollte eine Varietät im Freiland, beispielsweise aufgrund von Naturkatastrophen, verloren gehen, kann sie dank der Sammlung in der Wilhelma wieder in ihre Ursprungsregion zurückgebracht werden.“

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Erstellt:
29. Januar 2024, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
30. Januar 2024, 22:00 Uhr

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