Kommentar: Kein Opfer, sondern Täter

Kommentar: Kein Opfer, sondern Täter

Von Kerstin Dolde

Er ist kein Opfer, er ist Täter. Der Schaden, den Gil Ofarim dazu angerichtet hat, ist immens. Der C-Promi hat nicht nur sich sehr tief in den Schlamassel geritten, er hat Beschuldigungen zu Unrecht lanciert und damit auch die Menschen jüdischen Glaubens mehr als nur brüskiert. Der 41-Jährige hat die Antisemitismusvorwürfe gegen das Leipziger Hotel Westin lediglich ersponnen. Der Sänger und Let’s-Dance-Sieger 2017 gab vor Gericht überraschend zu: Er hatte gelogen.

Ofarim hatte im Prozess wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung am Landgericht Leipzig am Dienstag somit doch noch eingeräumt, dass die Vorwürfe der Anklage gegen ihn zuträfen und er nicht wegen seiner Kette mit dem Davidstern abgewiesen worden sei. Zugleich entschuldigte er sich bei dem Hotelmanager, dem er in einem vielaufgerufenen Video Antisemitismus vorgeworfen hatte. Das Verfahren gegen Ofarim wurde damit eingestellt.

Das Hotel und dessen Angestellter, die heftig attackiert worden waren, können sich nun rehabilitiert fühlen. Für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland sind die Geltungssucht und die falsche Verdächtigung durch Gil Ofarim schrecklich. Zu recht stellt der Zentralrat der Juden klar: Der Musiker habe neben der Öffentlichkeit auch die jüdische Gemeinde belogen. „Damit hat Gil Ofarim all denen, die tatsächlich von Antisemitismus betroffen sind, großen Schaden zugefügt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Erstellt:
28. November 2023, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
29. November 2023, 21:44 Uhr

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