Kommentar: Putin wittert Morgenluft

Kommentar: Putin wittert Morgenluft

Von Christoph Reisinger

Selten lagen die Dinge so klar im Krieg, mit dem Russland die Ukraine überzieht. Zeigt die aktuelle russische Luftoffensive doch, wie weit die Verteidiger wieder auf die Verteidigung zurückgeworfen sind. Wie gut sich die Angreifer auf einen langen Zermürbungskrieg eingestellt haben. Wie viel Morgenluft der Kriegstreiber, Russlands Präsident Wladimir Putin, gerade wittert.

Die Terrorschläge gegen Wohngebiete und die zivile Infrastruktur folgen dem furchtbaren, schon aus dem vergangenen Winter bekannten Muster. Neu ist, in welchem Maß die ukrainische Industrie in den Fokus geraten ist und über wie viele zusätzliche Luftkriegsmittel Putin dank seiner nordkoreanischen und iranischen Freunde verfügt.

Zu Recht geht die russische Führung davon aus, dass diesen Krieg gewinnen wird, wer industriell und finanziell den längeren Atem hat und die größeren Verluste an Menschen ertragen kann. An dieser Stelle kommen die Unterstützer der Ukraine ins Spiel, auch wenn die Ukrainer all das Grauen dieses Überfalls ertragen müssen.

Schließlich hat Putin den Westen zum eigentlichen Kriegsgegner erklärt. Deshalb waren die 5,4 Milliarden Euro deutsche Militärhilfe für die Ukraine 2023 gut angelegtes Geld. Und aus demselben Grund ist es wichtig, ihr mehr denn je die ganze Bandbreite an Luftabwehr zur Verfügung zu stellen – ausreichend Munition inklusive.

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Erstellt:
8. Januar 2024, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
9. Januar 2024, 21:57 Uhr

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