Unterstützung der Bevölkerung

Umfrage: 81 Prozent haben Verständnis für Bauern-Proteste

Diese Woche protestieren Landwirte im ganzen Land, blockieren Straßen – und genießen dabei nach einer Forsa-Umfrage den Rückhalt eines Großteils der Bevölkerung.

Bauern blockieren die B10 bei Korntal-Münchingen.

© Simon Granville/Simon Granville

Bauern blockieren die B10 bei Korntal-Münchingen.

Von red/KNA

Die deutschen Landwirte genießen bei ihren aktuellen Protestaktionen großen Rückhalt in der Bevölkerung. 81 Prozent der Deutschen haben laut einer Forsa-Umfrage für den „Stern“ (Mittwoch) Verständnis für die Bauern. Lediglich 18 Prozent haben kein Verständnis dafür, dass beim Protest gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung Autobahnzufahrten und Verkehrsknotenpunkte in ganz Deutschland blockiert werden. Ein Prozent der Befragten äußerte keine Meinung.

Am größten ist die Unterstützung für den Bauern-Protest den Angaben zufolge bei Anhängern der AfD: 98 Prozent signalisierten Verständnis. Auch die Wähler von den CDU und CSU unterstützen zu 79 Prozent das Vorgehen der Landwirte. Sogar bei Anhängern der Ampel-Koalition überwiegt das Verständnis: 80 Prozent der FDP-Wähler sympathisieren mit den Landwirten, ebenso 70 Prozent der SPD-Anhänger. Bei Grünen-Wählern hingegen ist der Wert mit 61 Prozent deutlich niedriger.

Bevölkerung auf dem Land hat mehr Verständnis

Aus der Umfrage geht zudem hervor, dass der Bauern-Protest von Großstadt-Bewohnern und Landbevölkerung unterschiedlich beurteilt wird. Während in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern 73 Prozent Verständnis haben, sind es in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern 88 Prozent.

Die bundesweite Aktionswoche der Bauern gegen die Politik der Ampel-Regierung begann am Montag mit großer öffentlicher und medialer Aufmerksamkeit. Dabei geht es unter anderem um eine geplante Abschaffung steuerlicher Begünstigungen beim Agrardiesel. Bereits im Vorfeld hatten Experten sowie zivilgesellschaftliche Verbände vor einer Vereinnahmung der Proteste durch rechtsextreme Kräfte gewarnt. Auch die deutschen Bischöfe machten darauf aufmerksam, während Bauernverbände sich gegen den Vorwurf wehren.

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Erstellt:
10. Januar 2024, 08:42 Uhr

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