Inzestfall Amstetten

Josef Fritzl aus spezieller Anstalt in Regelvollzug verlegt

Der im Inzestfall von Amstetten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte Josef Fritzl wird aus der „Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher“ in den Regelvollzug verlegt.

Josef Fritzl beim Prozess gegen ihn im Jahr 2009. Er wurde wegen Mordes verurteilt. (Archivbild)

© AP/Robert Jaeger

Josef Fritzl beim Prozess gegen ihn im Jahr 2009. Er wurde wegen Mordes verurteilt. (Archivbild)

Von shm/AFP

Der im Inzestfall von Amstetten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte Österreicher Josef Fritzl wird aus dem Maßregelvollzug in ein Gefängnis verlegt. Das zuständige Gericht in Krems an der Donau entschied am Donnerstag, den 88-Jährigen unter Auflagen aus einer „Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher“ in den sogenannten Normalvollzug zu verlegen. 

Das Gericht sei zu dem Ergebnis gekommen, dass Fritzl „nicht mehr gefährlich“ sei, sagte seine Anwältin Astrid Wagner nach der Anhörung. Er muss aber seine Psychotherapie fortsetzen und sich regelmäßig psychiatrisch untersuchen lassen. Nach Angaben des Gerichts ist die Entscheidung zudem noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hat 14 Tage Zeit, um Rechtsmittel einzulegen. Bis dahin bleibt Fritzl noch im Maßregelvollzug. 

Fritzl hat seine Tochter 24 Jahre in einem Kellerverlies gefangen gehalten

Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang in einem Kellerverlies in der österreichischen Kleinstadt Amstetten gefangen gehalten, regelmäßig missbraucht und sieben Kinder mit ihr gezeugt, von denen eines kurz nach der Geburt starb. Drei der überlebenden Kinder wurden von Fritzl und seiner Frau in ihrem Haus aufgezogen. Die anderen mussten mit ihrer Mutter im Keller leben, ohne je das Tageslicht zu sehen. 

Erst die Einlieferung der schwer erkrankten ältesten Tochter im April 2008 brachte die Tat ans Licht. Fritzl, der in der Haft seinen Nachnamen ändern ließ, wurde im März 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wurde in einer Justizvollzugsanstalt in Krems untergebracht, die „für geistig abnorme Rechtsbrecher“ vorgesehen ist.

Fritzls Anwältin wollte überdies eine vorzeitige Entlassung für ihren Mandanten bewirken. „Er denkt Tag und Nacht an das, was er getan hat“, sagte Wagner. Er habe die Akten in seiner Zelle „und hat sich wirklich ganz intensiv damit auseinander gesetzt“, fügte Wagner dazu. „Er ist ein Mensch, der absolut zutiefst voller Reue ist.“

Der als „Monster von Amstetten“ bekannt gewordene Josef Fritzl bleibt jedoch weiter in Haft. Ein Senat aus drei Richtern am Landgericht Krems in Österreich entschied am Donnerstag, dass der heute 88-Jährige aus präventiven Gründen nicht vorzeitig entlassen wird, wie ein Sprecher des Gerichts sagte.

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Erstellt:
25. Januar 2024, 11:22 Uhr
Aktualisiert:
25. Januar 2024, 11:52 Uhr

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