Sechstägiger Bahnstreik

Was Sie als Fahrgast beachten müssen

Wieder legt ein Lokführerstreik weite Teile des Bahnverkehrs in Deutschland lahm. Was auf die Fahrgäste in den nächsten Tagen zukommt, erfahren Sie hier.

Ein ICE der Deutschen Bahn mit verlassenem Lokführerplatz steht Hauptbahnhof Hannover. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat zu einem sechstägigen Streik aufgerufen. Es ist der vierte und mit Abstand längste Arbeitskampf im laufenden Tarifstreit bei der Deutschen Bahn.

© dpa/Julian Stratenschulte

Ein ICE der Deutschen Bahn mit verlassenem Lokführerplatz steht Hauptbahnhof Hannover. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat zu einem sechstägigen Streik aufgerufen. Es ist der vierte und mit Abstand längste Arbeitskampf im laufenden Tarifstreit bei der Deutschen Bahn.

Von Markus Brauer/dpa

Fahrgäste müssen sich ab Mittwoch (24. Januar) auf den längsten Streik der Lokführergewerkschaft GDL seit vielen Jahren einstellen. Sechs Tage lang wird auf der Schiene kaum noch etwas gehen. Was Fahrgäste tun können:

Wann genau wird gestreikt?

Die GDL will den Personenverkehr ab zwei Uhr am Mittwoch bestreiken. Erste Züge dürften schon vorher ausfallen.

Die Bahn nimmt manche Verbindungen in der Regel schon vor Streikbeginn aus dem Programm, damit die Fahrt nicht auf freier Strecke endet und damit die Züge nach Streikende dort stehen, wo sie gebraucht werden.

Im Güterverkehr soll es bereits am Dienstag losgehen. Insgesamt soll der Ausstand bis Montag (29. Januar) um 18 Uhr dauern.

Welche Bahnbetriebe sind betroffen?

Der Warnstreik soll laut Gewerkschaftsaufruf erneut alle Verkehrsarten treffen. Sowohl im Fern-, Regional- als auch im Güterverkehr ist mit großen Behinderungen zu rechnen. Die Bahn hat wieder einen Notfahrplan angekündigt.

„Für diese Fahrten setzt die DB im Fernverkehr längere Züge mit mehr Sitzplätzen ein, um möglichst viele Menschen an ihr Ziel bringen zu können“, heißt es seitens der Bahn.

Über den Umfang des eingeschränkten Fahrplans wird die Bahn im Laufe des Montags weitere Informationen veröffentlichen. Bei den vorigen Arbeitskämpfen fuhr rund jeder fünfte Fernzug. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen regional sehr unterschiedlich, gleichwohl erheblich.

Welche Regionen sind betroffen?

Der Warnstreikaufruf gilt auch dieses Mal bundesweit. Erfahrungsgemäß sind insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern sowie im Südwesten viele Beschäftigte bei der GDL organisiert. Dort dürfte daher im Regionalverkehr vielerorts nichts mehr gehen. „In jedem Fall wird es auch im Regionalverkehr massive Einschränkungen geben“, teilt die Bahn mit.

Wo können Sie sich über ihren Zug informieren?

Ob ein Fern- oder Regionalzug fährt oder nicht, lässt sich in der Regel über die Bahn-App oder auf der Internetseite einsehen. Am Montag war der Notfahrplan dort noch nicht hinterlegt. Mit weiteren Informationen ist für Dienstag zu rechnen.

Was passiert mit Ihrer Fahrkarte?

Die Bahn hat die Zugbindung für alle Tickets während des Streiks aufgehoben. Alle Fahrgäste, die eine zwischen dem 24. und 29. Januar geplante Fahrt verschieben möchten, können ihre Fahrkarte damit später nutzen.

Alternativ können sie ihre Fahrt auf den Dienstag vorziehen. Die Fahrkarte gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden.

Wieso streikt die GDL?

Mit dem Streik reagiert die GDL auf das jüngste Angebot der Deutschen Bahn, das der Konzern am Freitag präsentiert hatte. Insbesondere bei der wichtigsten Forderung geht der Konzern aus ihrer Sicht nicht weit genug.

Die Gewerkschaft unter ihrem Chef Claus Weselsky fordert eine Verringerung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei gleichbleibendem Lohn. Die Bahn hatte nun eine optionale Absenkung auf 37 Stunden vorgeschlagen. Wer sich dagegen entscheidet, bekäme stattdessen 2,7 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaft sieht in der Offerte keine Verhandlungsgrundlage.

Neben der Arbeitszeitverkürzung fordert sie unter anderem 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Bahn hatte zuletzt stufenweise insgesamt 13 Prozent mehr Geld angeboten – bei einer Laufzeit von 32 Monaten inklusive der Prämie.

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Erstellt:
23. Januar 2024, 08:48 Uhr

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