Kommentar: Der Westen geht den Huthis in die Falle

Kommentar: Der Westen geht den Huthis in die Falle

Von Thomas Seibert

Mit Luftangriffen auf Militärstützpunkte im Jemen haben die USA und Großbritannien genau das getan, was die iranisch unterstützten Huthi-Rebellen von ihnen wollten. Seit Wochen spielen sich die jemenitischen Kämpfer mit dem Beschuss von Schiffen im Roten Meer als Unterstützer der Hamas und der palästinensischen Sache gegen Israel und den Westen auf. Jetzt können sie sich auch noch in die Opferpose werfen.

Die USA und Großbritannien begründen die Luftschläge mit der Notwendigkeit, den Welthandel zu schützen. Militärisch dürfte der Beschuss aber bedeutungslos sein. Niemand erwartet, dass die westlichen Raketen die kriegserfahrenen Huthis beeindrucken oder gar in die Schranken weisen und neue Angriffe auf die Handelsschifffahrt verhindern werden. Stattdessen drohen nun Raketenangriffe der Huthis in der Golfregion – und weitere westliche Luftschläge.

Für die USA und andere westliche Länder wäre es besser, mehr für ein Ende des Gaza-Krieges zu tun, als die Spannungen im Nahen Osten mit den Luftangriffen im Jemen weiter hochzutreiben. Eine Entspannung in Gaza würde den Huthis die Chance nehmen, sich mit dem Krieg zu profilieren. Nach den westlichen Luftschlägen werden sie ihre Angriffe auf Schiffe auf jeden Fall fortsetzen, um zu demonstrieren, wie unnütz die Bombardements der Amerikaner und Briten waren. Seit Monaten fürchtet der Westen den Flächenbrand – jetzt zündelt er selbst.

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Erstellt:
12. Januar 2024, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
12. Januar 2024, 23:54 Uhr

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