Starke Bilanz, enges Rennen

Elf Spiele, zehn Siege – die Vorrundenbilanz der Oberliga-Frauen des VfB Stuttgart stimmt die Chefs zufrieden. Der Kampf um den Aufstieg bleibt dennoch spannend. Legt der VfB personell noch einmal nach?

Gewohntes Bild in der Hinrunde: Die VfB-Frauen feiern einen Treffer in der Oberliga.

© Baumann

Gewohntes Bild in der Hinrunde: Die VfB-Frauen feiern einen Treffer in der Oberliga.

Von Dirk Preiß

Stuttgart - Als die letzte Partie des Jahres gespielt war, wurde am vergangenen Sonntag noch ein bisschen gefeiert. Das Frauenteam des VfB Stuttgart traf sich mit Trainern, Betreuern und Funktionären noch zum gemeinsamen Essen. Zufriedene Gesichter gab es dabei einige – zum Beispiel das von Sascha Glass.

„Super, dass wir dieses Gesicht am Ende der Vorrunde noch gezeigt haben“, sagte der Mann, der seit Saisonbeginn als Sportdirektor für die Frauen beim VfB angestellt ist, „das macht mir Hoffnung für die Rückrunde.“ Nicht durch spielerische Kabinettstückchen hat sich die Mannschaft gegen den SC Sand II beim 1:0 die Tabellenführung zurückgeholt, sondern mit einer robusten Spielweise und dem nötigen Schuss Aggressivität. Was nach der Niederlage im Derby gegen den FSV Waldebene Ost die richtige und notwendige Reaktion gewesen ist.

„Ab und an waren wir ein wenig zu brav, haben manchmal zu sehr versucht, spielerische Lösungen zu finden“, sagt Heiko Gerber über die nun zu Ende gegangene Vorrunde in der Oberliga Baden-Württemberg. Aber auch der Trainer will nicht bruddeln, ob der Ausbeute. Zehn Siege in elf Ligaspielen hat sein Team gefeiert. „Die Mädels haben super mitgezogen, und mit der Punktausbeute können wir sehr zufrieden sein.“ 30 Punkte sind zusammengekommen – die aber kein Ruhekissen sind.

Vor allen der SC Sand II (28 Punkte) und der VfL Herrenberg (24 Punkte, aber ein Spiel weniger) sind dem VfB weiter auf den Fersen. Und es stellt sich ein ähnliches Bild dar wie in der vergangenen Saison: Um das klar benannte Ziel Aufstieg zu erreichen, darf sich der Topfavorit aus Stuttgart kaum eine Blöße geben. „Wir müssen“, bestätigt Heiko Gerber, „jede Woche abliefern. Es muss alles passen, damit man aus dieser Liga herauskommt.“

Was gänzlich anders ist als in der vergangenen Saison: Das Verletzungspech hat der VfB fast komplett abstreifen können. Von den Stammkräften hat sich lediglich Chiara Marziniak eine längerfristige Verletzung zugezogen, dazu musste Jessica Knaus operiert werden. Ansonsten „haben wir aber auch im Bereich der Prävention gut gearbeitet“, sagt Heiko Gerber, der in der vergangenen Saison allein mehrere Kreuzbandrisse bei seinen Spielerinnen zu beklagen hatte. Er weiß nicht erst seit dieser schwarzen Serie: „Wir müssen fit bleiben, um weiter erfolgreich sein zu können.“

Bis zum Ende der nächsten Woche trainiert das Team noch weiter, der Spaß soll dabei aber im Vordergrund stehen. Dann geht es in eine etwa dreiwöchige Pause bis Jahresende, ehe die Spielerinnen mit einem Laufprogramm die Basis für die Vorbereitung legen sollen. Die beginnt Mitte Januar, fortgesetzt wird die Saison dann am 10. März mit dem Auswärtsspiel beim VfL Herrenberg.

Bis dahin wollen Heiko Gerber und Sascha Glass den Grundstein für eine Rückrunde legen, an deren Ende der ersehnte Aufstieg stehen soll. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, könnte es auch noch Neuzugänge geben. „Wir halten die Augen immer offen“, sagt der Sportdirektor Glass, „es kann sein, dass in der Winterpause etwas passiert.“ Aber, das betont er, nur dann, wenn eine Spielerin das VfB-Team auch wirklich nach vorne bringen kann. So, wie es Jana Beuschlein bislang getan hat.

Die 28-Jährige kam vor der Saison vom 1. FC Köln zum VfB – und erwies sich als „Volltreffer“, wie Heiko Gerber sagt: „Sie hat sehr oft das wichtige 1:0 für uns erzielt.“ Für Sascha Glass ist klar, dass der VfB auf dem angestrebten Weg nach oben immer wieder derartige „Unterschiedsspielerinnen“ nach Stuttgart holen muss. Der Club will aber auch den eigenen Nachwuchs aus der erfolgreichen U-17-Mannschaft fördern und generell die Toptalente aus der Region auch hier halten.

Sportlich gilt im neuen Jahr dem Aufstieg der ersten Mannschaft der Fokus. „Es wird ein Dreikampf um den Titel bleiben“, vermutet Heiko Gerber, dessen Team in der vergangenen Saison knapp am Aufstieg gescheitert war. Nun ist er zuversichtlich, dass sich seine Mannschaft noch weiter entwickeln kann. „Wir sind“, sagt der Trainer, „auf einem gutem Weg.“

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Erstellt:
29. November 2023, 22:38 Uhr
Aktualisiert:
30. November 2023, 21:42 Uhr

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