Zum Tod von Otto Kuhn

Meister der knappen Sätze

„Auch lautes Lachen ist gesund“, war Otto Kuhn überzeugt. Fast drei Jahrzehnte prägte er als Kulturredakteur unsere Zeitung mit. Jetzt ist der Filmkritiker im Alter von 91 Jahren gestorben.

Meister der knappen Sätze

Otto Kuhn in den späten 1970er Jahren

Von Nikolai B. Forstbauer

Meist hat er die Redaktion um die Mittagszeit betreten – dann aber hatte Otto Kuhn schon ein oder gar zwei Vorab-Filmvorführungen hinter sich. „Wie viel Zeilen habe ich?“ Die Frage war eher rhetorisch. „ok“ liebte die knappe Form.

Lexikalisches Wissen

1972 war Kuhn zu unserer Zeitung gekommen. Als Film- und Fernsehexperte zuvorderst, obgleich doch seine Liebe erklärtermaßen der Kulturgeschichte der Indianervölker Nordamerikas galt. Ob Film, Kulturgeschichte, die Welt der antiquarischen Bücher oder auch des Kabaretts – kaum eine Kollegenfrage blieb unbeantwortet.

Trockener Humor

Wandelndes Lexikon, das hat sich der gebürtige Dortmunder gefallen lassen. Er hat ja selbst an solchen mitgeschrieben, wenn es um Film ging – oder selbst ein komplettes Werk vorgelegt wie „Eastern“ zu den Erfolgen der asiatischen Filmindustrie. Mit Ledertasche, Hut, Schal und Regenschirm – so ist er in Erinnerung. Gerne lächelnd und mit überragend trockenem Humor überzeugt: „Auch lautes Lachen ist gesund“. Am 12. September ist Otto Kuhn im Alter von 91 Jahren gestorben.