Aspachs großes Hoffen aufs Fußballwunder

Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof muss das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten und Titelaspiranten SSV Ulm 1846 gewinnen, soll der Abstieg nicht bereits eine Woche vor Saisonende besiegelt sein. Zudem darf die Konkurrenz gegen Elversberg und Gießen nicht punkten.

Trainer Hans-Jürgen Boysen muss mit Großaspach gegen den Tabellenzweiten Ulm gewinnen, um die Restchance im Kampf gegen den Abstieg beim Schopf zu packen. Gelingt der SG im letzten Heimspiel der Saison kein Sieg, gehts runter in die Oberliga. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Trainer Hans-Jürgen Boysen muss mit Großaspach gegen den Tabellenzweiten Ulm gewinnen, um die Restchance im Kampf gegen den Abstieg beim Schopf zu packen. Gelingt der SG im letzten Heimspiel der Saison kein Sieg, gehts runter in die Oberliga. Foto: Alexander Becher

Von Uwe Flegel

Die einen hoffen auf ein Fußballwunder, für andere ist die Messe bereits gelesen. Fakt ist, dass die SG Sonnenhof Großaspach in der Fußball-Regionalliga die beiden noch ausstehenden Spiele gewinnen muss, will sie dem zweiten Abstieg binnen zwei Jahren noch entgehen. Heißt: Im Heimspiel morgen gegen den Tabellenzweiten SSV Ulm helfen dem Viertletzten weder Komplimente noch ein Teilerfolg. Das Team von Trainer Hans-Jürgen Boysen ist zum Siegen verdammt, will es die Restchance wahren. Und das gegen einen spielstarken Kontrahenten, der sich im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg selbst keinen Patzer leisten darf.

Die Ausgangslage: Mit dem FC Gießen (29 Punkte, Oberliga Hessen), FK Pirmasens und dem TSV Schott Mainz (beide 30, beide Oberliga Südwest) stehen in der Regionalliga Südwest drei Absteiger fest. Offen ist noch, wer als vierter runtermuss. Höchstwahrscheinlich wird es Großaspach treffen. Mit 33 Punkten hat die Elf aus dem Fautenhau fünf Zähler Rückstand auf den Fünftletzten FSV Frankfurt und den Sechstletzten TSG Hoffenheim II (beide 38). Hinzu kommt, dass die SG Sonnenhof mit 38:63 Toren gegenüber den Hessen (39:48) und der Bundesliga-Reserve aus dem Kraichgau (43:47) die klar schlechtere Tordifferenz hat. Heißt: Frankfurt und Hoffenheim reicht wohl jeweils ein Zähler, um die Liga zu halten. Wegen des Torverhältnisses sind auch der Siebtletzte VfR Aalen (39 Punkte, 47:60 Tore) und der Achtletzte Rot-Weiß Koblenz (39, 35:41) im Prinzip durch. Beide sind zwar punktemäßig noch einzuholen, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr bei den Toren.

Das Restprogramm: Von den drei Vereinen, die im Abstiegskampf noch infrage kommen, hat der FSV Frankfurt das vermeintlich schwerste Restprogramm. Der ehemalige Zweitligist empfängt morgen den Spitzenreiter SV Elversberg und muss dann zum Abschluss zum Derby beim Tabellendritten Kickers Offenbach.

Die SG Sonnenhof Großaspach hat ebenfalls kein leichtes Programm. Am Samstag geht es gegen den Tabellenzweiten SSV Ulm, der sich mit Elversberg ein Fernduell im Titelkampf liefert und mit zwei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter sowie der deutlich schlechteren Tordifferenz das Schwabenduell ebenfalls gewinnen muss. Ansonsten sind die Spatzen raus aus dem Aufstiegsrennen, sofern gleichzeitig der Spitzenreiter aus dem Saarland in Frankfurt nicht auch patzt. Gelingt Großaspach die Sensation gegen Ulm und die Konkurrenz im Tabellenkeller bleibt ohne Punkt, dann geht es für das Team von Trainer Hans-Jürgen Boysen die Woche drauf zum Abstiegsendspiel bei der von Ex-Trainer Heiner Backhaus trainierten Elf aus Koblenz.

Die vermeintlich einfachsten Aufgaben hat die TSG Hoffenheim II. Sie ist morgen beim Schlusslicht und sicheren Absteiger FC Gießen gefordert und empfängt zum Abschluss dann den Tabellenvierten TSV Steinbach, für den es um nichts mehr geht.

Die vergangenen drei Spiele: Großaspach ist mittlerweile seit drei Spielen ohne einen Punkt. Zuletzt gab es in Offenbach ein unglückliches 0:1. Davor verlor die SG Sonnenhof daheim gegen den Tabellenführer SV Elversberg mit 0:2 und beim Sechstplatzierten FC Homburg mit 0:1.

Der FSV Frankfurt war deutlich erfolgreicher. Vergangenen Samstag gab es in Homburg einen 2:1-Erfolg und davor ein 3:1 im Kellerduell beim FC Gießen, mit dem die Elf aus der hessischen Bankenmetropole trotz der vorherigen 1:2-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart II an Aspach vorbeizog.

Hoffenheim verlor zuletzt daheim gegen den VfR Aalen mit 0:2 und kam davor aber gegen die TSG Balingen sowie den Bahlinger SC jeweils zu einem 0:0. Zwei Pünktchen, die nun wohl die Rettung bedeuten.

Die bisherigen Duelle mit Ulm: Dreimal standen sich die Elf aus dem Fautenhau und der Ex-Bundesligist vom Donau-Ufer in jüngster Vergangenheit in der Regionalliga gegenüber. Die Bilanz ist durchaus geeignet, dem Außenseiter aus Aspach ein wenig Mut zu machen, ist sie doch ausgeglichen, obwohl der SSV 1846 in der Tabelle vorne zu finden war und die SG Sonnenhof hinten. So wie diese Saison kurz vor Weihnachten, als Kai Gehring und Co. trotz ordentlicher Leistung mit 0:2 verloren. Vergangene Runde gabs im Herbst im Fautenhau ein 3:1 und im Frühjahr im Donaustadion ein 1:1.

Die Personalsituation: Beim Viertletzten kehren mit Sascha Mölders und Joel Gerezgiher ein erfahrener Angreifer sowie der Kapitän und Mittelfeldorganisator ins Aufgebot zurück. Beide hatten zuletzt in Offenbach gelbgesperrt zusehen müssen. Sicher fehlen werden bei der SG Sonnenhof die beiden Mittelfeldspieler Mohamed Diakite und Andrew Owusu. Ersterer ist nach einer Knieoperation verletzt, Zweiterer nach seiner roten Karte in Offenbach gesperrt. Beide werden diese Saison deshalb definitiv nicht mehr zum Einsatz kommen. Fraglich sind beim Kellerkind die Einsätze von Routinier Manuel Konrad und Innenverteidiger Lukas Müller. Konrad hat nach seinem Muskelfaserriss an der rechten Wade immer noch Probleme, Müller plagen noch die Nachwirkungen einer Erkrankung. Der Rest des Kaders steht Trainer Hans-Jürgen Boysen nach derzeitigem Stand zur Verfügung.

Tickets und Livestream

Tickets Die Tageskassen am Stadion öffnen am Samstag um 12.30 Uhr. Um Wartezeiten am Einlass zu vermeiden, empfiehlt die SG, den Online-Verkauf zu nutzen. Tickets gibts im Internet unter https://bit.ly/3KNNRIP sowie in der SG-Geschäftsstelle am Stadion.

Livestream Für alle, die am Samstag nicht live Ort dabei sein können, überträgt Dorfklub TV auch das letzte Heimspiel der Saison im kommentierten Internet-Livestream. Unter www.leagues.football/sga ist für fünf Euro ein Tagespass buchbar.

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Erstellt:
6. Mai 2022, 06:00 Uhr

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Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Tankred Volkmer nun Stadionsprecher bei Großaspachs Fußballern. Der 53-Jährige hat in der Zeit die vier Aufstiege hoch in die Dritte Liga ebenso miterlebt wie die zwei Abstiege binnen zwei Jahren und die damit verbundene Rückkehr in die Oberliga.