Anne Spiegel

Das sagt Kretschmann zum Rücktritt der Familienministerin

Ein Frankreich-Urlaub kurz nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz führt zum Rücktritt von Familienministerin Anne Spiegel. Nun hat sich Winfried Kretschmann zu dem Fall geäußert – mit Beispielen aus dem eigenen Privatleben.

Das sagt Kretschmann zum Rücktritt der Familienministerin

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Archivbild)

Von Hanna Helder

Wegen eines Urlaubs zehn Tage nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz im Sommer 2021 geriet Familienministerin Anne Spiegel ins Kreuzfeuer der Kritik. Am Montag gab sie ihren Rücktritt bekannt. Nun hat sich auch Winfried Kretschmann bei der Landespressekonferenz zu dem Fall geäußert.

„Der Rücktritt war unvermeidbar, aber menschlich bitter“, so die Meinung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten. „Ich habe auch im Kabinett gesagt, dass es ein Anliegen von uns sein muss, Familie und Beruf auch in politischen Führungsämtern vereinen zu können. (...) Jeder kann in so eine Situation kommen“, führt er aus.

Auf die Frage, warum Kretschmann den Rücktritt für unvermeidbar hält, antwortet er, dass sichergestellt werden müsse, dass die Geschäfte auch in einer solchen Situation vollumfänglich wahrgenommen würden. „Soweit ich das beurteilen kann, ist das nicht in ausreichendem Maße passiert.“

Kretschmann nimmt Krebserkrankung seiner Frau als Beispiel

Es sei immer ein schwieriges Terrain, so Kretschmann und versucht seine Haltung mit einem Beispiel aus dem eigenen Privatleben zu verdeutlichen: „Grundsätzlich ist es üblich, dass Private vom Politschen zu trennen. Jeder weiß aber auch, dass man das nur bedingt machen kann. Das ist immer eine schwierige Grenze. Ich habe mich beispielsweise mit meiner Frau dazu entschieden, ihre Krebserkrankung öffentlich zu machen, weil ich einfach gemerkt habe, dass Spekulationen entstehen, wenn ich Termine ausfallen lasse. Die Entscheidung, wann man was öffentlich macht und wie weit man geht, ist im Einzelfall nicht einfach. Das ist immer eine Gratwanderung“, erklärt er.

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Auch Umweltministerin Thekla Walker schließt sich der Meinung des Ministerpräsidenten an: „Wichtig ist es, jetzt daraus zu lernen: Man muss früher, offener und transparenter über die persönliche Lage informieren, wenn diese einschränkend wird.“