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Aspachs Improvisationskunst ist gefragt

Trotz großer Personalnot hofft das Kellerkind, im Drittliga-Heimspiel gegen Aufstiegsaspirant Braunschweig punkten zu können

Oliver Zapel bekennt: „So eine krasse Situation hatte ich noch nie.“ Der Trainer der Aspacher Drittliga-Fußballer spricht von der Personalnot der SG Sonnenhof vor dem Heimspiel morgen gegen Eintracht Braunschweig (14 Uhr). Von den 24 Feldspielern im Kader fallen neun aus. Was Zapel besonders zu schaffen macht: „Einige der Fehlenden sind wichtige Jungs, um die herum unsere Elf aufgebaut ist.“

Wollen zusammen der Personalnot trotzen: Die SG-Fußballer um Timo Röttger, Panagiotis Vlachodimos und Kai Brünker (von links).  Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Wollen zusammen der Personalnot trotzen: Die SG-Fußballer um Timo Röttger, Panagiotis Vlachodimos und Kai Brünker (von links). Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Irgendwie läuft es beim Verein aus dem Fautenhau in dieser Runde noch nicht so recht. In der Tabelle nur Viertletzter und nun diese Probleme. Der SG gehen in der Defensive und dort vor allem im zentralen Mittelfeld die Alternativen aus. „Uns brechen gerade die Spieler wie die Blätter von den Bäumen weg“, erklärt der 51-jährige Coach. Mit Sebastian Bösel (gesperrt), Jamil Dem, Nico Jüllich und Charmaine Häusl (alle Oberschenkelverletzung) sowie Michael Vitzthum fallen für den Vergleich gegen den deutschen Meister von 1967 und derzeitigen Tabellenvierten gleich fünf Akteure aus, die eigentlich das Aspacher Spiel organisieren und es in einer guten Balance zwischen Offensive sowie Defensive halten sollen.

Aspachs Improvisationskunst ist gefragt

Erschwerend hinzu kommt das Fehlen von Dan-Patrick Poggenberg und Korbinian Burger. Das verhindert, dass die SG die Lücken im zentralen Mittelfeld mit spielstarken Abwehrmännern schließen kann. Denn fast jeder, der noch verteidigen kann, wird ganz hinten gebraucht. Nur im Offensivbereich sind bis auf die langzeitverletzten Joel Gerezgiher (Aufbautraining) und Jonas Meiser (Knie-OP) alle Mann an Bord. Gegen Braunschweig wird deshalb wohl einer im defensiven Mittelfeld den Organisator und Eckpfeiler geben müssen, der ansonsten im Sturm zu finden ist. Zapel weiß das und sagt: „Das ist nun mein Job, vielleicht dem einen oder anderen Spieler klar zu machen, dass er für diese eine Partie eine ganz andere Aufgabe übernehmen muss als die, die er bei uns sonst spielt.“

Hört sich an, als sei das nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen. Aspachs Trainer appelliert deshalb auch an alle, die es mit der SG halten, „am Sonntag ganz, ganz eng zusammenzurücken“. Gemeinsam soll der Favorit aus Niedersachsen doch ins Wanken gebracht werden. Zapel will auf jeden Fall alles versuchen, schließt deshalb nicht aus, dass Aspach gegen die Eintracht mit einer völlig anderen Grundordnung zu Werke geht. Mehr will er darüber nicht sagen, außer: „Diesmal gibt es viel, viel Improvisation.“ Im Training sei diese Woche jedenfalls viel ausprobiert worden und es sei wahrscheinlich auch ganz gut, dass die Partie erst am Sonntag stattfindet und sein Team dadurch einen Tag mehr Zeit für diese Tests hat, so Zapel.

Die Flinte wirft der Coach trotz der Probleme nicht ins Korn. Er erinnert daran, dass die SG in seiner ersten Amtszeit schon einmal eine solche Personalmisere hatte und dann positiv überraschte. „Damals in Halle stand sogar unser Co-Trainer Martin Cimander auf dem Spielberichtsbogen und wir haben trotzdem 1:0 gesiegt.“ Mit Moral und Wille überwanden die Schwaben vor drei Jahren die Hürde. Ähnliches erhofft Zapel auch morgen, weiß aber, dass „Braunschweig nichts herschenkt, nur weil die Eintracht Mitleid mit uns hat“. Richtig. Will der Viertletzte morgen unerwartet punkten, dann hilft Jammern und Verzagen garantiert nicht weiter. Gefragt sind eher etwas Glück und harte Arbeit auf dem Platz.

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Erstellt:
26. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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