Aufwärtstrend fortgesetzt, Sieg verpasst

Fußball-Regionalligist Großaspach knüpft mit einer ordentlichen Leistung beim torlosen Remis in Aalen an die gute Phase vor der sechswöchigen Zwangspause an und ist nun seit vier Spielen ungeschlagen. Die SG ärgert sich aber über die versiebten Torchancen.

Der 18-jährige SG-Keeper David Nreca-Bisinger hielt seinen Kasten in Aalen sauber, für den Drittliga-Absteiger aus Großaspach war’s das erste Zu-null-Spiel in dieser Regionalliga-Saison. Fotos: Eibner

© Eibner-Pressefoto / Schust

Der 18-jährige SG-Keeper David Nreca-Bisinger hielt seinen Kasten in Aalen sauber, für den Drittliga-Absteiger aus Großaspach war’s das erste Zu-null-Spiel in dieser Regionalliga-Saison. Fotos: Eibner

Von Steffen Grün

„Man weiß nicht so richtig, was man damit anfangen soll“, sagt SG-Kapitän Julian Leist zum 0:0 auf der Ostalb. „Positiv ist auf alle Fälle, dass wir zum ersten Mal in dieser Runde zu null gespielt haben“, betont der 32-Jährige, der daran als Innenverteidiger und Leitwolf der Abwehr ein besonderes Interesse hat. Dasselbe gilt für Keeper David Nreca-Bisinger, der seine Rolle als Nummer eins abermals untermauerte, indem er das Team aus dem Fautenhau mit der Parade beim Kopfball des Aaleners Gino Windmüller nach 14 Minuten vor einem Rückstand bewahrte. Zwar wollte der 18-Jährige diese Rettungstat in angenehmer Bescheidenheit nicht überbewerten, weil es für ihn ein haltbarer Ball war, aber dennoch sei es „ein schönes Gefühl“, keinen Treffer kassiert zu haben – „nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft“. Und für Trainer Hans-Jürgen Boysen, für den die Zu-null-Premiere „von einer verbesserten Stabilität zeugt“.

Dass die Aspacher im Anschluss an den Restart nach der coronabedingten Auszeit trotzdem im Zwiespalt der Gefühle steckten, lag daran, dass durchaus mehr als das eine Pünktchen drin gewesen wäre. „Wir wollten gewinnen, das hat man gespürt“, meint Aspachs erfahrener Übungsleiter. „Ein knapper Sieg wäre nicht unverdient gewesen.“ Vor allem in den Sekunden direkt vor und nach der Pause sowie eine Viertelstunde vor Schluss hätten die Gäste die Weichen auf Sieg stellen können. Beim Versuch von Andreas Ivan und bei zwei Schüssen von Jonas Meiser fehlte entweder die Präzision oder die Wucht, zudem zeigte VfR-Keeper Daniel Bernhardt, dass er zu den Könnern seines Fachs zählt. Der Oldie im Kasten war auch zur Stelle, als Sebastian Schiek in der 64. Minute zum Kopfball ansetzte. Anders als am 2. April 2016, als der Rechtsverteidiger mit seinem 1:0 für Aspachs bislang letzten Sieg gegen den württembergischen Rivalen sorgte, war sein Versuch aber zu ungenau. „Wir schlagen noch zu wenig Kapital aus unseren Chancen“, ärgert sich Boysen. Sein Kapitän blies ins selbe Horn. „Wir waren die bessere Mannschaft und hatten auch die besseren Torchancen“, bilanzierte Leist und ordnete das 0:0 so ein: „Wir dürfen nicht zufrieden sein, man kann schon von zwei verlorenen Punkten sprechen.“

Vor allem mit Blick auf die Tabelle. Obwohl die SG nun seit vier Spielen ungeschlagen ist und den Aufwärtstrend fortgesetzt hat, den sie mit dem 3:1 gegen Ulm, dem 1:1 in Gießen und dem 3:2 gegen Stadtallendorf im Oktober und am 1. November eingeleitet hatte, dümpelt der Drittliga-Absteiger noch auf Platz 19 im Feld der 22 Klubs dahin. Das weiß auch Boysen, der die Blicke trotzdem auf die positiven Entwicklungen lenkt. „Wir haben die kleine Serie ausgebaut und unsere Spielanlage weiter verbessert“, betont der 63-Jährige, der seine Truppe damit für die drei Heimspiele gerüstet sieht, die innerhalb von sieben Tagen vor Weihnachten noch anstehen. Bereits am Mittwoch geht es gegen Homburg, am Samstag gegen die Bundesliga-Reserve von Mainz 05 und am Dienstag, 22. Dezember, gegen den VfB Stuttgart II. „Wir freuen uns darauf“, sagt Aspachs Trainer zum stressigen Dreierpack: „Wir wollen raus aus dem Tabellenkeller.“ Hochrechnungen, wie viele Zähler herausspringen sollten, will Boysen nicht anstellen, sein Torwart lehnt sich da schon ein wenig weiter aus dem Fenster. „Neun Punkte wären sicherlich der Traum von jedem, das muss auch das Ziel sein“, steckt David Nreca-Bisinger die Marschroute ab: „Und das ist auch nicht völlig unrealistisch, wenn wir zeigen, was wir können.“

Boysen kündigt an, viel rotieren zu wollen, um das Programm bewältigen zu können: „Wir werden alle Spieler brauchen.“ Mit Sicherheit auch Marvin Cuni, obwohl der mit sieben Saisontoren bisher mit Abstand treffsicherste Aspacher in Aalen etwas überraschend erst in der 65. Minute eingewechselt worden war. „Ich stelle immer nach den Trainingsleistungen auf und danach, wie es auch am besten zum Gegner passt“, erläutert der Trainer. Vor dem Hintergrund der von den Teamkollegen in Aalen versiebten Möglichkeiten darf sich Cuni wohl durchaus Hoffnungen machen, schon im Duell mit Homburg wieder von Anfang an zum Zuge zu kommen.

Jonas Meiser (links) hatte zwei klare Chancen für Großaspach und hätte die Aalener um Tim Grupp mit einem Treffer endgültig zu Fall bringen können, doch die letzte Präzision und Wucht fehlte.

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Jonas Meiser (links) hatte zwei klare Chancen für Großaspach und hätte die Aalener um Tim Grupp mit einem Treffer endgültig zu Fall bringen können, doch die letzte Präzision und Wucht fehlte.

Noch drei Heimspiele vor Weihnachten und dann eine kurze Pause

Auf Großaspachs Regionalliga-Fußballer wartet vor Weihnachten noch ein stressiges Programm mit drei Heimspielen binnen sieben Tagen. Los geht’s für die SG Sonnenhof bereits an diesem Mittwoch um 18 Uhr gegen den FC 08 Homburg. Diese Partie hätte eigentlich schon morgen stattfinden sollen, doch Corona – was sonst – sorgte für die Verlegung. Zuletzt war ein Spieler der Saarländer positiv auf Covid-19 getestet worden, weshalb Teamkollegen sowie Teile des Trainer- und Betreuerstabs in Quarantäne mussten. Mittlerweile wird in Homburg wieder trainiert, doch um der Mannschaft eine adäquate Vorbereitung auf das Gastspiel in Großaspach zu ermöglichen, findet das Duell eben 24 Stunden später als anfangs geplant statt. Am kommenden Samstag erwartet die SG Sonnenhof um 14 Uhr den 1. FSV Mainz 05 II, der VfB Stuttgart II kreuzt am Dienstag, 22. Dezember, um 17 Uhr im Fautenhau auf.

Großaspachs anschließende Trainingspause beschränkt sich auf Heiligabend und die beiden Feiertage, bereits am Sonntag, 27. Dezember, bittet Trainer Hans-Jürgen Boysen wieder zu einer Einheit. Auch an Silvester wird trainiert, nur an Neujahr gibt’s einen weiteren freien Tag. Am Sonntag, 3. Januar, ist ein Testspiel gegen den Regionalliga-Rivalen Kickers Offenbach geplant (Ort und Uhrzeit offen), um Punkte wird dann wieder am Samstag, 9. Januar, um 14 Uhr in Kassel gekämpft. Es ist die erste von sechs Partien im Januar, fünfmal muss die SG Sonnenhof hierbei in der Fremde antreten.

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Erstellt:
14. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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