Großaspach geht in Homburg leer aus

Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof verliert beim Ex-Erstligisten im Saarland mit 0:1.

Kapitän Joel Gerezgiher (rechts) kassiert mit der SG Sonnenhof Großaspach eine 0:1-Niederlage. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Kapitän Joel Gerezgiher (rechts) kassiert mit der SG Sonnenhof Großaspach eine 0:1-Niederlage. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Homburg gehört zu den wenigen Teams in der Fußball-Regionalliga, die mit dem Auf- und Abstieg nichts mehr zu tun haben. Trotzdem schaffte es die SG Sonnenhof nicht, etwas Zählbares mitzunehmen. Großaspach kassierte eine 0:1-Niederlage und musste froh sein, dass zumindest die Ergebnisse der Konkurrenten im Tabellenkeller die Lage nicht weiter verschärften. Das Team von Trainer Hans-Jürgen Boysen bleibt als Fünftletzter auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, doch der Endspurt wird mit Blick auf das schwere Restprogramm zum Ritt auf der Rasierklinge.

Das Waldstadion in Homburg hat seinen Namen verdient. Ringsherum stehen hohe Bäume, die einiges zu erzählen hätten, wenn sie denn könnten. Sie waren schon stille Beobachter von spektakulären Spielen – vor allem in den Achtzigern, als der FCH in der Ersten Bundesliga mitmischte. Über die erste Halbzeit des Regionalliga-Spiels gegen Großaspach wird in einigen Jahren oder sogar Jahrzehnten sicherlich nicht mehr gesprochen. Es war allenfalls eine durchschnittliche Partie, die den 970 Fans im weiten Rund geboten wurde. Am meisten passierte noch in der Anfangsphase. Das lag an der Abwehr der Gäste, die sich zunächst recht löchrig präsentierte, und an den Einheimischen, die diese Lücken zu Beginn fanden.

Noch keine 60 Sekunden waren gespielt, als Homburgs Mounir Bouziane die SG-Defensive mit einem Pass in die Spitze auf Shako Onangolo aushebelte. Keeper Maximilian Reule eilte aus seinem Kasten, kam aber zu spät. Es war Großaspachs Innenverteidiger Kai Gehring, der in höchster Not klärte. Die Gäste meldeten sich in der Offensive nach fünf Minuten erstmals zu Wort. Ken Gipson drang von der linken Seite in den Strafraum ein, schoss aber aus zehn Metern links unten vorbei. Nur 120 Sekunden später hatten die Hausherren ihre größte Chance in der ersten Halbzeit. Wieder zeigte sich die SG-Abwehr zu offen, dieses Mal schickte Mart Ristl den gestarteten Markus Mendler auf die Reise. Der Homburger marschierte alleine auf Reule zu und zielte auf das lange Eck. Die Gäste hatten Glück, dass die Kugel wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbeistrich.

Fortan stabilisierte sich Großaspachs Hintermannschaft, die Torraumszenen wurden weniger. Allerdings auf beiden Seiten, die Offensivakzente der SG Sonnenhof fehlten zunächst weitgehend. Bis zur 34. Minute, als die bis dahin größte Chance der Gäste aus einer Standardsituation resultierte. Kapitän Joel Gerezgiher schlug einen Eckball von der linken Seite auf den zweiten Pfosten, wo Lamar Yarbrough lauerte und den Fuß hinhielt. Der Ball klatschte an den Pfosten, die Homburger atmeten durch. Es blieb bis zur Pause beim 0:0. Der Blick auf die anderen Plätze zeigte: Im Tabellenkeller war bis dahin nicht allzu viel passiert, die SG lag weiterhin auf dem 15. Platz und damit gerade so über dem Strich.

Elf Minuten nach der Pause stand es 1:1 – allerdings nur in Sachen Aluminiumtreffern. Homburgs Mendler zirkelte einen Eckball von der rechten Seite mit dem linken Fuß zum Tor. SG-Keeper Reule verschätzte sich (oder hatte ein gutes Auge, wenn man es positiv sehen will), der Ball streifte die Latte. Glück für die Gäste, deren Offensivspiel weiterhin die Struktur fehlte. Über die Flügel passierte wenig, zumal Nicolas Jüllich auf der linken Seite immer wieder ins Zentrum zog, wo er normalerweise auch spielt. Die Doppelspitze mit David Hummel und Sascha Mölders bekam kaum Bälle, für Hummel war nach einer guten Stunde Schluss. Für ihn und Andrew Owusu kamen Fabian Messina und David Tomic, wobei Letzterer der einzige waschechte Offensivakteur war, den SG-Trainer Hans-Jürgen Boysen bringen konnte.

Mit einem direkten Freistoß ging Homburg in der 72. Minute mit 1:0 in Führung. Mendler nahm aus etwa 20 Metern und aus zentraler Position genau Maß. Er zirkelte den Ball mit dem linken Fuß über die Mauer und vom rechten Innenpfosten prallte der Ball ins Netz. Ein Kunstschuss, keine Chance für SG-Keeper Reule. Konnte sich Großaspach davon noch einmal erholen? Zumindest hatten die Gäste noch zwei klare Torchancen. In der 84. Minute gelang es zur Abwechslung mal, Mölders im Zentrum in Position zu bringen. Nach Gipsons Hereingabe von der linken Seite schießt der Routinier die Kugel aber haarscharf am linken Pfosten vorbei. In der 89. Minute hatte Jonas Kühn den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss aus 14 Metern war zu unplatziert, um den manchmal etwas unsicher wirkenden Homburger Keeper David Salfeld zu überwinden.

„Absteiger“, skandierten die Homburger Fans, als die Nachspielzeit anbrach und meinten natürlich die Gäste. So weit ist es zwar noch nicht, doch die kurz darauf besiegelte 0:1-Niederlage macht die Situation für Großaspach nicht einfacher. Die SG bleibt zwar Fünftletzter und liegt damit weiterhin über dem Strich, doch das Restprogramm hat es in sich. Homburg war der letzte Gegner, für den es um nicht mehr viel ging, nun warten noch drei Aufstiegsaspiranten sowie ein Rivale im Keller.

FC 08 Homburg: Salfeld – Göcer, Stegerer, Scholz, Plattenhardt – Onangolo (80. Schuck), Ristl, Lienhard, Mendler (90.+1. Ayers) – Bouziane (75. Cheon), Hingerl.

SG Sonnenhof Großaspach: Reule – Frölich, Gehring, Yarbrough, Gipson – Schiek (84. Kühn), Owusu (64. Messina), Gerezgiher, Jüllich (74. Brändle) – Hummel (64. Tomic), Mölders.

Tor: 1:0 (72.) Mendler. – Gelbe Karten: Stegerer / Schiek, Gehring. – Schiedsrichter: Schlosser (Stahlhofen). – Zuschauer: 970.

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Erstellt:
16. April 2022, 16:27 Uhr

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