SG Sonnenhof verfällt in alte Muster

Großaspachs Fußballer haben im Regionalliga-Spiel beim KSV Hessen Kassel alles vermissen lassen. Eine völlig desolate Leistung führt am Ende zu einer 0:4-Niederlage. Besonders in der ersten Halbzeit im Auestadion präsentieren sich die Schwaben erschreckend schwach.

Sinnbildlich für die Großaspacher Leistung beim Regionalliga-Spiel in Kassel: Mohamed Diakite (oben) und Bastian Frölich standen sich wie die anderen SG-Akteure oft selbst im Weg. Foto: Eibner

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Sinnbildlich für die Großaspacher Leistung beim Regionalliga-Spiel in Kassel: Mohamed Diakite (oben) und Bastian Frölich standen sich wie die anderen SG-Akteure oft selbst im Weg. Foto: Eibner

Von Heiko Schmidt

Die Fußballer der SG Sonnenhof waren nach vier Punkten aus den vorangegangenen beiden Regionalliga-Spielen – 3:2 gegen Kickers Offenbach und 0:0 gegen die TSG Hoffenheim II – eigentlich auf einem guten Weg, um sich aus dem Tabellenkeller der Regionalliga zu arbeiten. Doch der Auftritt der Schwaben beim KSV Hessen Kassel hat vieles kaputtgemacht. „Der heutige Tag tut extrem weh“, fasst Trainer Steffen Weiß die Leistung seiner Schützlinge im etwa 350 Kilometer entfernten Kassel zusammen.

Die Großaspacher Akteure standen von der ersten Minute an auf dem Rasen im Auestadion neben sich. An den vier Veränderungen in der Startelf gegenüber der Partie gegen Hoffenheim dürfte es bestimmt nicht gelegen haben. Der erfahrene Maximilian Reule stand für Youngster David Nreca-Bisinger im Tor. Außerdem liefen Steven Lewerenz, Bastian Frölich und Andrew Owusu neu von Beginn auf. Dafür nahm David Hummel zunächst auf der Bank Platz. Der gesperrte Fabian Messina (fünfte Gelbe Karte) und der angeschlagene Sebastian Schiek befanden sich nicht im Kader.

Weiß: „Der KSV hat uns mit seinem Pressing über den ganzen Platz verfolgt“

Die Startelf der SG war aber im 4:4:2-System eigentlich stark genug besetzt, um mit den Hessen mithalten zu können. Doch Kassel präsentierte sich in allen Belangen überlegen. Mit einem frühen Anlaufen zwangen die Hausherren die Großaspacher immer wieder zu unkontrollierten langen Bällen, die selten beim Mitspieler ankamen. „Der KSV hat uns mit seinem Pressing über den ganzen Platz verfolgt. Wir sind damit null Komma null klargekommen, und auch mit den Platzverhältnissen nicht“, stellte Coach Weiß ernüchternd fest.

Aber auch in den anderen Statistiken waren die Großaspacher dem Gegner deutlich unterlegen. Kassel gewann fast alle Zweikämpfe, hatte mehr Ballbesitz und machte kaum Fehler. Das führte dazu, dass die Hessen zur Pause durch die Tore von Jascha Döringer (19.), Daniele Maurizio Vesco (35.) und Nael Najjar (43.) mit 3:0 führten. „Wir waren die klar unterlegene Mannschaft von der ersten Minute an. Das Ergebnis hätte schon zur Pause höher ausfallen können“, fand Großaspachs Trainer Steffen Weiß klare Worte für die Vorstellung seiner Mannschaft. Die hatte besonders mit dem quirligen Nael Najjer ihre Probleme. Der KSV-Akteur lief immer wieder auf der linken Großaspacher Abwehrseite durch und schlug dann gefährliche Flanken.

Hingegen tauchte der Sonnenhof in der ersten Halbzeit lediglich einmal gefährlich vor dem Kasten der Gastgeber auf. Ansonsten bekamen es die SG-Spieler in erster Linie mit Aufgaben in der Defensive zu tun. Und da hatten die Großaspacher ihre liebe Not. Bezeichnend für die Unterlegenheit der Gäste war, dass Weiß schon nach 36 Minuten die erste Auswechslung vornahm. Die half aber nicht viel, um das Kräfteverhältnis auf dem Rasen in die eigene Richtung zu verschieben. Zwar wirkten die Großaspacher im zweiten Durchgang etwas besser und besaßen auch die eine oder andere Torchance, doch Kassel war jederzeit Herr der Lage. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit etwas gefangen, aber wir waren immer noch weit weg von dem, was wir eigentlich können“, stellte Steffen Weiß fest.

Auf der anderen Seite ließ es Kassel auch etwas ruhiger angehen und wechselte ordentlich durch. Spätestens nach dem 4:0 durch den eingewechselten Mike Feigenspan in der 72. Minute war auch dem kühnsten Großaspacher Optimisten klar, dass nichts mehr zu holen war. Am Ende stand für die Schwaben eine deutliche Niederlage zu Buche. Mit dieser Pleite rutschte die SG noch tiefer in den Tabellenkeller ab. Die Mannschaft aus dem Fautenhau steht nun auf Rang 15 und somit in akuter Abstiegsgefahr. Kassel hingegen verbesserte sich mit dem überzeugenden Erfolg auf Platz zehn. „Wir haben uns belohnt. Wir waren präsent in den Zweikämpfen und hatten sehr gute zweite Bälle“, freute sich Tobias Damm. Der Trainer der Gastgeber stand beim letzten Heimsieg der Hessen gegen Großaspach am 8. April 2011 noch selbst auf dem Platz. Er hatte damals zwei Treffer zum 3:0 von Kassel beigesteuert.

KSV Hessen Kassel: Zunker – Mißbach, Starostzik, Springfeld – Schwechel, Brill (76. Kharaman) – Najjar, Vesco (76. Rakk), Durna (67. Feigenspan) – Döringer (76. Iksal), Fischer (67. Flotho).

SG Sonnenhof Großaspach: Reule – Frölich (82. Sadler), Gipson, Gehring, Kühn – Meiser (82. Held), Owusu, Diakite (63. Halbich), Brändle (36. Hummel) – Karatas (63. Tomic), Lewerenz.

Tore: 1:0 (19.) Döringer, 2:0 (35./Foulelfmeter) Vesco, 3:0 (43.) Najjar, 4:0 (72.) Feigenspan. – Gelbe Karten: Brill/Diakite, Gehring. – Schiedsrichter: Michels (Lissendorf). – Zuschauer: 859.

Wichtige Heimspiele

Nächste Aufgaben Für die Großaspacher Fußballer bleibt kaum Zeit, um die Wunden zu lecken. In dieser Woche gibt es gleich zweimal die Möglichkeit, um Wiedergutmachung zu betreiben. Am Mittwoch um 19 Uhr geht es in der Arena im Fautenhau gegen den FC Rot-Weiß Koblenz. Am Samstag um 14 Uhr folgt die Heimpartie gegen den FC Astoria Walldorf.

Tickets Eintrittskarten für die beiden kommenden Heimspiele der SG Sonnenhof sind bereits erhältlich. Sie können im Internet unter www.sg94.de sowie in der Geschäftsstelle der SG direkt an der Arena in Großaspach käuflich erworben werden.

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Erstellt:
6. Dezember 2021, 11:30 Uhr

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