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Spiegelbild für große Teile der Saison

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach kassiert beim Aufstiegsaspiranten Waldhof Mannheim eine bittere 2:3-Niederlage. Patzer aus der ersten Halbzeit und der Chancenwucher nach der Pause sind im Kampf gegen den Abstieg eine zu große Hypothek.

Kassierten in Mannheim eine bittere 2:3-Niederlage und befinden sich nur noch Millimeter vor dem Gang in die Regionalliga: Großaspachs Fußballer um Kapitän Kai Gehring. Foto: O. Zimmermann

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Kassierten in Mannheim eine bittere 2:3-Niederlage und befinden sich nur noch Millimeter vor dem Gang in die Regionalliga: Großaspachs Fußballer um Kapitän Kai Gehring. Foto: O. Zimmermann

Von Uwe Flegel

Irgendwie war die Aspacher Vorstellung bei Waldhof Mannheim ein Spiegelbild so mancher Partie in dieser Saison und damit ein Beweis dafür, weshalb die SG Sonnenhof in der Dritten Liga dort steht, wo sie steht. Nach ordentlichem Beginn spielte der Vorletzte mit einer eigenen Unachtsamkeit dem Gegner in die Karten. Dass die Elf aus dem Fautenhau danach dann kurz wackelte, war ebenfalls nicht neu. Doch das, was die Schwaben dann nach dem 0:2-Pausenrückstand auf den Platz brachten, das ist Zeugnis dafür, welch gute Entwicklung die Mannschaft seit dem Amtsantritt von Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen und seinem Co-Trainer Markus Lang genommen hat. An der bitteren 2:3-Niederlage und dem damit auch theoretisch fast unvermeidbaren Abstieg ändert das aber nichts.

SG-Coach Hans-Jürgen Boysen ärgerte sich nach der Partie in seiner Geburtsstadt. Zum einen, weil „nach Braunschweig schon im zweiten Auswärtsspiel in Folge ein Fehlpass von uns dem Gegner die Führung ermöglicht hat“. Zum anderen, weil „fünf Großchancen ausreichen müssen, um nicht nur auszugleichen, sondern auch noch zu gewinnen“. Und zum dritten, weil „von der ersten Minute an unsere Abstände zu groß und unser Spiel nicht gut organisiert war“.

Widerspruch erntete der 63-Jährige von niemanden. Auch nicht von Aspachs starkem Angreifer Dominik Martinovic, der nach den 90 Minuten eingestand: „Die erste Halbzeit müssen wir uns vorwerfen lassen.“ Den zweiten Durchgang allerdings nicht, denn so der Torschütze zum 2:3: „Da haben wir alles versucht. Nach dem 1:2 von Orrin waren wir dran und hätten den Ausgleich verdient gehabt.“ Eine eher zurückhaltende Einschätzung des Stürmers. Sein Trainer fand nämlich: „Wir hätten das Spiel binnen fünf Minuten gewinnen müssen.“ Im Blick hatte Boysen dabei vor allem die Phase nach dem Anschlusstreffer von Orrin McKinze Gaines kurz nach der Pause und vor allem die Großchancen von Onur Ünlücifci sowie Kamer Krasniqi, als der Ball vom Innenpfosten und vom Lattenkreuz ins Feld zurückprallte. Das waren aber nicht die einzigen ungenutzten Möglichkeiten, ließen die Schwaben den Titelaspiranten doch nach der Halbzeit phasenweise richtig alt aussehen. Martinovic ärgerte sich: „Wir hätten die Dinger machen müssen.“ Sein in Mannheim geborener und groß gewordener Trainer sah’s ähnlich: „Der Waldhof ist mit einem blauen Auge davongekommen.“

Waldhof-Torhüter Königsmann ist der beste Mannheimer auf dem Platz.

Von den Badenern ernteten die Schwaben keinen Widerspruch. Der beste Mannheimer auf dem Platz, Torhüter Timon Königsmann, gestand ein: „Wir sind alle froh, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten.“ Wobei er selbst mit Glanzparaden bei zwei Schüssen von Martinovic sowie dem Pfostentreffer von Krasniqi, als Königsmann die Kugel mit den Fingerspitzen noch ans Lattenkreuz lenkte, großen Anteil am Erfolg hatte. Einem Sieg, nach dem der einstige Bundesligist weiterhin vom Aufstieg in die Zweite Liga träumen darf. Drei Punkte, die die Hausherren mit ihrem einzigen Torschuss nach der Pause, dem Sonntagsschuss von Marcel Hofrath, acht Minuten unter Dach und Fach brachten.

Wobei zur Wahrheit auch gehört, dass sich die Gäste selbst nach dem 1:3 nicht aufgaben. Martinovic brachte die SG noch einmal heran und Kai Brünker hätte in der Nachspielzeit fast noch den Ausgleich erzielt. Der gelang nicht und der Vorletzte aus dem Fautenhau kann nun eigentlich nicht mehr auf einen Nichtabstiegsplatz klettern, sofern nicht mehrere Wunder auf einmal passieren. Dabei hatte Aspach in Mannheim noch einmal viel versucht. Boysen hatte seine Startelf gegenüber dem Heimsieg über Zwickau erneut auf fast allen Positionen getauscht (nur Panagiotis Vlachodimos blieb drin) und damit nach der Pause deutlich mehr Frische auf dem Platz gehabt. Auch die Maßnahme des Trainers, in der Halbzeit auf zwei Spitzen umzustellen, stellte den Waldhof vor große Probleme. Einzig die zurückhaltende Vorstellung im ersten Durchgang und die erneute Einladung für den Gegner zu einfachen Toren passte nicht zum guten Auftritt. Das wusste auch der Coach, der die Szene vor der Mannheimer Führung so beurteilte: „Das kann einmal passieren, aber wir hatten’s nun schon im zweiten Auswärtsspiel in Folge.“ Richtig und mit ein Grund dafür, weshalb die SG dort steht, wo sie steht.

Aspach braucht vier Siege, Chemnitz darf nicht mehr punkten

Für die SG Sonnenhof Großaspach stehen noch vier Drittliga-Partien auf dem Plan. Am Mittwoch geht es zu Hause gegen den SV Meppen (19 Uhr), am Sonntag, 28. Juni, gastiert die SG beim FC Magdeburg, ehe am Mittwoch, 1. Juli, in Großaspach der TSV 1860 München ab 19 Uhr erwartet wird. Zum Abschluss muss das Team aus dem Fautenhau am Samstag, 4. Juli, ab 14 Uhr beim bereits abgestiegenen FC Carl Zeiss Jena ran.

Klar ist, dass die SG Sonnenhof (29 Punkte) alle vier Spiele gewinnen muss, um rechnerisch noch auf Nichtabstiegsplatz 16 gelangen zu können. Denn dafür bedarf es mindestens 40 Zähler. So viele hat der dort platzierte Chemnitzer FC bereits eingesammelt. Weil die SG auch noch das deutlich schlechtere Torverhältnis hat, muss sie zudem hoffen, dass Chemnitz und das punktgleiche Halle keinen einzigen Zähler mehr holen. Erschwerend hinzu kommt, dass der Viertletzte Zwickau (37 Punkte) am vorletzten Spieltag noch daheim gegen Chemnitz spielt und mindestens eine der beiden Mannschaften auf jeden Fall noch punktet.

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Erstellt:
22. Juni 2020, 06:00 Uhr

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