Die Elf aus dem Fautenhau tritt weiterhin auf der Stelle

Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach schafft gegen den Vorletzten Alzenau nur ein 2:2 und verpasst den Sprung raus aus dem Tabellenkeller. Die Führungstore von Andreas Ivan und Sebastian Schiek werden von den Gästen zweimal ausgeglichen.

Marvin Cuni (links) und Großaspach legten zweimal vor und ließen sich von tapfer kämpfenden Alzenauern zweimal wieder einfangen. Die SG Sonnenhof musste sich gegen den Vorletzten mit einem 2:2 begnügen. Der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf war das nicht.Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Marvin Cuni (links) und Großaspach legten zweimal vor und ließen sich von tapfer kämpfenden Alzenauern zweimal wieder einfangen. Die SG Sonnenhof musste sich gegen den Vorletzten mit einem 2:2 begnügen. Der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf war das nicht.Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Aspachs Trainer Walter Thomae ließ keinen Zweifel aufkommen, wie er das 2:2 seiner Elf im Nachholspiel gestern Abend gegen den Vorletzten FC Bayern Alzenau einordnete: „Ich bin total unzufrieden und stinksauer.“ Statt im Abstiegskampf den erhofften Befreiungsschlag zu landen, hatten sich die Regionalliga-Fußballer der SG Sonnenhof mit einem Teilerfolg zufrieden geben müssen. Statt die drei Punkte vom Auswärtssieg beim VfB Stuttgart II zu vergolden, hatte sich die Elf aus dem Fautenhau fast eine blutige Nase geholt. Statt den Sprung auf den siebtletzten Rang und damit auf einen Nichtabstiegsplatz zu schaffen, ging es nur einen Rang auf den sechstletzten Platz hoch und Aspach bleibt unter dem Strich. Statt am Samstag mit viel Selbstvertrauen ins Heimspiel gegen den Drittletzten Schott Mainz zu gehen, hat die SG unvermindert großen Druck.

Dabei bewies die Partie gegen Alzenau einmal mehr, dass die Psyche offenbar kein Trumpf für die Schwaben ist. Hatten sie auf dem Cannstatter Wasen noch dem Gegner mit gutem Zweikampfverhalten und Aggressivität den Schneid abgekauft, so wirkte die SG diesmal davon überrascht, dass die Gäste wie die Feuerwehr loslegten. Großaspach hatte in den ersten Minuten Mühe, das Spiel vernünftig aufzubauen und Thomae gestand: „Ich hatte das Gefühl, dass wir Angst hatten, was verlieren zu können.“ Die Folge war große Passivität, während Alzenau bissig immer wieder die Bälle eroberte. In der Anfangsphase war das so und immer dann, wenn Aspach führte.

Gäste überraschen die Hausherren mit Biss und großer Lauffreudigkeit

Respekt vor dem Kellerkind aus Württemberg zeigte das Kellerkind aus dem Landkreis Aschaffenburg auf jeden Fall keinen. Den Schuss von Michael Martin blockte Ken Gipson gerade noch ab (6.) und den 17-Meter-Versuch von Nils Fischer lenkte Torwart Mario Schragl nur mit Mühe um den Pfosten (16.). Dazwischen hatte es Marvin Cuni auf der anderen Seite aus elf Metern versucht, Leonnel Mballa Mvogo hatte aber keine Probleme. Nur nach und nach wurde die SG etwas sicherer und nachdem Dominik Widemanns aus zwölf Metern noch vorbei zielte, besorgte Andreas Ivan eine Minute später mit einem Schuss von der Strafraumkante ins kurze Eck das 1:0 (25.).

Nur drei Minuten später hätte die SG nachlegen können, als Andrew Owusu alleine vor Mballa Mvogo stand, den Ball über den Torhüter lupfte und zu Fall kam. Schiedsrichter Maximilian Riedel pfiff keinen´Elfmeter und ließ trotz wütender SG-Proteste weiterlaufen. Für Walter Thomae unverständlich: „Selbst mein Kollege aus Alzenau hat gesagt, das war ein klarer Strafstoß. Vielleicht hätte uns ein 2:0 mehr Sicherheit gegeben.“ Der Coach sagte aber auch, dass es nach dem Spiel müßig sei, darüber zu diskutieren, besser sei es vor der eigenen Tür zu kehren. Und da lag bei Aspach genug Dreck herum. Wie in der 35. Minute, als sich Owusu auf der linken Abwehrseite von Maximilian Brauburger austanzen ließ und Nils Fischer die Flanke nutzte, um aus sieben Metern das 1:1 zu köpfen.

In der zweiten Halbzeit ließ sich die SG von den Gästen zunächst nicht mehr ganz so überraschen. Nun wurde der Ball im Spielaufbau besser behauptet und nach 53 Minuten lag Aspach erneut vorne. Einen Eckball von Ivan bugsierte Sandro Sirigu, der kurz vor der Halbzeit für den verletzten Joel Gerezgiher eingewechselt worden war, in Richtung langer Pfosten und Sebastian Schiek drückte die Kugel zum 2:1 ins Netz.

Ein Treffer, der der SG keine Souveränität brachte, sondern Alzenau Auftrieb gab. Nur drei Minuten später scheiterte der aufgerückte Innenverteidiger Dominik Crljenec aus acht Metern an Schragl und nach einer Stunde rettete Julian Leist bei einem Querpass von Michael Martin erst im allerletzten Moment. In der 69. Minute war es dann soweit. Nach einem fast schon abgewehrten Eckball, setzte das Team aus dem Landkreis Aschaffenburg entschlossen nach, Mingi Kang fand den völlig frei stehenden Luca Bergmann. Die Gäste hatten zum zweiten Mal den Ausgleich geschafft. Und Großaspach? Das legte nun wieder verstärkt den Vorwärtsgang ein. Doch ein drittes Tor gelang nicht mehr. Auch weil in der Schlussminute gleich zwei Alzenauer Verteidiger den Schuss von Can Karatas aus sechs Metern mit viel Einsatz und vereinten Kräften abblockten.

2:2 (1:1) SG Sonnenhof Großaspach: Schragl – Schiek, Leist, Gehring, Gipson – Meiser (71. Diakite), Owusu, Gerezgiher (41. Sirigu) – Ivan (71. Ferdinand), Widemann (71. Karatas), Cuni. FC Bayern Alzenau: Mballa Mvogo – Bergmann, Crljenec, Mazagg – Kummer – Teklab (89. Almeida Morais), Brauburger (82. Grünewald), Martin (82. Ljubicic), Ferukoski – Fischer (77. Kohlbacher), Kang (89. Fecher). Tore: 1:0 (25.) Ivan, 1:1 (35.) Fischer, 2:1 (53.) Schiek, 2:2 (69.) Bergmann. – Gelbe Karten: Owusu, Gehring / Crljenec. – Schiedsrichter: Riedel (Augsburg).
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Erstellt:
15. April 2021, 06:00 Uhr

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