Kapitän der SG Sonnenhof will in Frankfurt vorangehen

Seit sechs Spielen warten die Fußballer aus Großaspach in der Regionalliga auf ein Erfolgserlebnis. Am morgigen Samstag um 14 Uhr beim FSV Frankfurt wird ein Sieg angestrebt. Seinen Teil dazu beitragen will Joel Gerezgiher, der zuletzt nach langer Verletzungspause wieder spielte.

Kapitän Joel Gerezgiher (rechts) ist wieder für die SG Sonnenhof am Ball. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Kapitän Joel Gerezgiher (rechts) ist wieder für die SG Sonnenhof am Ball. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Die Leidenszeit von Joel Gerezgiher ist zu Ende gegangen. Der Mittelfeldmann hatte einen Monat pausiert. Grund: Eine Überdehnung des Außenbandes im rechten Knie machte dem 26-Jährigen zu schaffen. „Ich habe zwar drei Wochen schon trainiert, aber dann erst hat der Arzt grünes Licht gegeben“, sagt Gerezgiher. Im Mittelfeld der Großaspacher Mannschaft ist er eine wichtige Stütze. Das war beim Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen den VfB Stuttgart II deutlich zu sehen. Die kompletten 90 Minuten durfte der Rechtsfuß dabei auf dem Platz sein. „Es hat großen Spaß gemacht, wieder zu spielen. Ich habe es sehr vermisst.“ Dass es trotz einer guten Leistung seiner Mannschaft am Ende nur zu einem 1:1-Unentschieden reichte, wurmt den 1,76 Meter großen Fußballer.

Gerezgiher verspricht: „Die Mannschaft arbeitet hart“

Joel Gerezgiher weiß auch, was am Ende den Ausschlag gab. „Wir haben eine extrem junge Mannschaft, der man auch mal eine solche Phase zugestehen sollte.“ In den vergangenen sechs Begegnungen gelang den Großaspachern kein Sieg mehr, zwei Punkte wurden in dieser Zeit geholt. Gerezgiher macht aber auch klar: „Wir hatten einen super Saisonstart.“ In der Tat, denn aus den sechs Partien davor standen 13 Zähler auf dem Konto. „Die Mannschaft arbeitet hart, wir haben echt gute junge Spieler im Kader“, sagt der Mittelfeldakteur. Und er sollte es wissen, schließlich ist Gerezgiher seit dieser Saison der Kapitän bei der SG. „Es erfüllt mich mit Stolz, ich werde alles machen, um dieser Rolle gerecht zu werden“, verspricht der 26-Jährige. Er betont, dass ihn ein Kreis mit anderen erfahrenen Großaspacher Spielern dabei unterstützt. „Wir wollen vorangehen und den jungen Spielern unter die Arme greifen.“ Wenn das geschafft wird, dann wird mit Sicherheit schon bald der nächste Erfolg gelingen.

Gelegenheit dazu gibt es am morgigen Samstag, wenn der Sonnenhof beim FSV Frankfurt gastiert. Mit diesem Verein verbindet Joel Gerezgiher auch viel: „Ich habe dort von der U 14 bis zur U 17 gespielt.“ Außerdem war er die ersten sechs Monate im Jahr 2016 als Profi beim damaligen Zweitligisten FSV Frankfurt am Ball. Er kennt sich also gut am Bornheimer Hang aus. Frankfurt ist zudem die Heimatstadt des Mittelfeldspielers, wurde er doch in der Bankenmetropole geboren. „Meine Familie und Freunde wohnen dort“, sagt Gerezgiher. Deshalb ist die morgige Partie eine ganz besondere für ihn. Zum einen freut er sich auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte und zum anderen auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Doch während der 90 Minuten auf dem Rasen in der PSD-Bank-Arena wird es keinen Platz für Sentimentalitäten geben. „Wir wollen gewinnen“, spricht Gerezgiher das klare Ziel der Großaspacher Mannschaft aus.

Das ist ganz im Sinne seines Trainers Steffen Weiß. Er hat in der vergangenen Partie gegen die Bundesliga-Reserve des VfB „eine klare Verbesserung zu unseren vorigen Spielen erkannt. Genau daran gilt es jetzt anzuknüpfen und diese positiven Erkenntnisse mit in das Auswärtsspiel nach Frankfurt zu nehmen.“ Die Aufgabe wird für die Mannschaft aus dem Fautenhau aber nicht einfach. Doch Weiß macht seinen Schützlingen Mut und sagt: „Wenn wir so weiterspielen, dann werden wir uns bald auch wieder mit drei Punkten belohnen.“ Was bedeutet das für die morgige Begegnung in Frankfurt? „Wir brauchen eine absolut überzeugende Leistung – von Beginn an bis zum Schlusspfiff“, antwortet der Trainer. Während sein Team mit 15 Punkten auf dem elften Tabellenplatz steht, finden sich die Frankfurter noch tiefer im Tabellenkeller wieder. Der FSV nimmt mit drei Punkten weniger als die SG den 13. Rang ein. Die Gastgeber sind also noch etwas mehr unter Druck. Coach Angelo Barletta musste bereits gehen. Seitdem hat FSV-Sportdirektor Thomas Brendel auch als Interimstrainer das Sagen. Das Einzige, das für die Frankfurter im Vergleich gegen die Großaspacher spricht, ist die Bilanz der vergangenen Jahre. Bislang trafen die SG und der langjährige Zweitligist in insgesamt fünf Pflichtspielen aufeinander. Die Frankfurter landeten dabei drei Siege. Zweimal gewannen die Großaspacher. In der vergangenen Regionalliga-Saison musste sich der Sonnenhof zweimal ge- schlagen geben. Beim Hinspiel in Frankfurt gab es ein 0:1 und in der Rückrunde in der heimischen Arena ein 0:2. Um diese Bilanz aufzuhübschen, sollten die Schwaben also einen Sieg einfahren. Allerdings gehen die Großaspacher erneut nicht in Bestbesetzung in die morgige Partie. Trainer Steffen Weiß muss weiterhin auf Mohamed Diakite (Reha nach Knie-Operation), Andrew Owusu, David Halbich (beide Sprunggelenksverletzung) und Jonas Meiser (Muskelfaserriss im Oberschenkel) verzichten. Dafür steht aber Joel Gerezgiher weiterhin zur Verfügung. „Ich war zuletzt noch nicht bei 100 Prozent und hoffe, dass ich dem Team nun noch mehr weiterhelfen kann“, sagt der Kapitän.

Englische Woche beginnt

Livestream Für alle Fans, die morgen nicht Großaspacher Gastspiel in Frankfurt dabei sind, bietet der FSV einen kommentierten Livestream über www.leagues.football/fsv

an. Tickets in Form von Login-Codes sind zum Preis von fünf Euro erhältlich.

Nächstes Heimspiel In der Regionalliga steht eine englische Woche auf dem Programm. Die nächste Partie der SG Sonnenhof findet deshalb schon am kommenden Mittwoch um 19 Uhr in der heimischen Arena gegen den FC Homburg statt. Der Ticket-Vorverkauf dafür hat bereits begonnen. Eintrittskarten gibt es im Internet unter www.sg94.de sowie in der Geschäftsstelle der SG Sonnenhof in der Arena.

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Erstellt:
22. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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