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Mut und forsche Töne vor dem Auftakt

Großaspachs Trainer Oliver Zapel freut sich auf den Drittliga-Start in Duisburg und fordert viel Tatkraft sowie Kampfgeist seiner Elf

„Es waren 38 Tage vom Trainingsauftakt bis zum ersten Saisonspiel“, rechnet Aspachs Pressesprecher Lucca Volkmer laut vor und macht klar: Fußball-Drittligist SG Sonnenhof kann es kaum erwarten, dass es endlich wieder um Punkte geht. Heute ab 14 Uhr ist es so weit. Dann muss die Nummer drei im schwäbischen Fußball beim Bundesliga-Gründungsmitglied MSV Duisburg bestehen.

Oliver Zapel (rechts) fordert von seiner Elf, dass sie in Duisburg nicht nur den Rück-, sondern auch den Vorwärtsgang einlegt. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Oliver Zapel (rechts) fordert von seiner Elf, dass sie in Duisburg nicht nur den Rück-, sondern auch den Vorwärtsgang einlegt. Foto: T. Sellmaier

Von Uwe Flegel

Gerade einmal gut zwei Monate ist es her, als sich der Verein aus dem Fautenhau dank eines 2:0-Siegs im Kellerduell bei Absteiger Fortuna Köln über den Strich zitterte. Riesig war die Erleichterung, dass die fünfte Runde nicht gleichzeitig die letzte Drittliga-Saison für den Verein aus der kleinsten Gemeinde im deutschen Profifußball war. Und: Großaspachs Verantwortliche gingen nach den Monaten des Bangens in sich und überlegten, was zu tun ist, damit ihnen der Fußball künftig wieder mehr Spaß macht und weniger Sorgen mit sich bringt. Heraus kam bei den Gedankenspielen die Rückkehr von Coach Oliver Zapel.

Mit dem 51-Jährigen kam aber offensichtlich nicht nur ein alter Bekannter, von dem sich die SG im Sommer 2017 trotz einer guten Saison unerwartet getrennt hatte, zurück. Der Fußballlehrer brachte auch offensivere Töne und mutigeren Fußball mit. Vor der Auftaktpartie gegen den MSV Duisburg zum Beispiel weiß er durchaus, dass der Gegner den größeren Namen hat und trotz immenser Schulden und eines Fast-Bankrotts mal kurz Ex-Nationalspieler Marvin Compper vom schottischen Erstligisten Celtic Glasgow losgeeist und als Verteidiger verpflichtet hat. Zapel sagt aber auch: „Wir haben uns jetzt 38 Tage gequält, weil wir vom Start weg zeigen wollen, dass mit uns zu rechnen ist.“ Das bedeutet, mit Mut nach vorne zu spielen, Torchancen zu kreieren und mit großem läuferischen Einsatz und Pressing dem Kontrahenten den Spaß am Fußball zu vermiesen. Auch was im Vergleich mit dem Zweitliga-Absteiger herauskommen soll, steht für Aspachs Trainer außer Frage: „Wir fahren dahin, um ein Spiel zu gewinnen. Da ist es egal, ob da auf der anderen Seite Zebras stehen oder Gnus“

Duisburg baut auf neue Elf, Großaspach auf eine eingespielte Achse

Wobei der SG-Coach durchaus Respekt vor der Arbeit hat, die der wegen seiner quer gestreiften Trikots liebevoll Zebras titulierte MSV Duisburg im Sommer verrichtet hat. Nach dem Abgang von insgesamt 18 Spielern sei bei der nötigen Shopping-Tour nur im Fall von Marvin Compper ins oberste Fach gegriffen worden. Ansonsten sei der MSV den Weg gegangen, vor allem junge Spieler aus der Region zu verpflichten. Daraus abzuleiten, dass die SG, die ihre zentrale Achse um Julian Leist und Kai Gehring sowie Sebastian Bösel, Jamil Dem oder auch Timo Röttger zusammengehalten hat, in der frühen Saisonphase Vorteile hat, hält Zapel für vorschnell. Denn auch Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht und sein Trainerstab hätten die Vorbereitung sicherlich genutzt. Aspachs Coach jedenfalls erwartet, dass seine Mannschaft heute auf eine „sehr, sehr homogene Mannschaft“ trifft.

Sein Team sieht er dafür gerüstet. „Die Vorbereitung ist so gelaufen, wie es sich ein Trainer wünscht.“ Personell sieht es ebenfalls gut aus. Bis auf die langzeitverletzten Jonas Meiser und Joel Gerezgiher sind alle Akteure einsatzfähig. Für Zapel heißt das, drei Feldspielern sagen zu müssen, dass sie für die Partie gegen Duisburg nicht einmal zum Aufgebot zählen: „Das ist ein Luxusproblem, nach dem sich ein Trainer sehnt.“ Eine Aufgabe, von der er hofft, dass er sie noch möglichst oft gestellt bekommt. Für den Saisonstart jedenfalls hat er sie bereits gelöst. Bei der Frage nach Aspachs Startformation nennt der Coach keine Namen, sagt aber, dass zehn von elf Spielern klar sind. Nur bei einer Offensivposition will er die allerletzten Trainingseindrücke abwarten, ehe er entscheidet.

Was der Fußballlehrer von seinen elf Auserwählten erwartet? „Wir müssen bis zum Umfallen fighten, dürfen uns aber keine Hand- oder Fußfesseln anlegen.“ Heißt? „Es reicht nicht, am Ende zu sagen: Wir sind gut gestanden. Es müssen auch Torchancen her.“ Schließlich hat die SG nicht 38 Tage lang kräftig geschwitzt, um sich nun beim Bundesliga-Gründungsmitglied Duisburg ehrfürchtig und demütig ihrem Schicksal zu ergeben.

Die wahrscheinliche Aufstellung, mit der Großaspach ins erste Saisonspiel geht.

Die wahrscheinliche Aufstellung, mit der Großaspach ins erste Saisonspiel geht.

Info
Favoriten sind Ingolstadt und Braunschweig

Eintracht Braunschweig und der FC Ingolstadt sind die Topfavoriten in Sachen Aufstieg. Zwölf der 20 Trainer haben die beiden Ex-Erstligisten auf der Rechnung. Dahinter folgen mit jeweils sieben Nennungen der Zweitliga-Absteiger Magdeburg und Uerdingen. Ebenfalls gute Chancen, einen der ersten drei Plätze zu belegen, werden Aspachs Auftaktgegner MSV Duisburg (6) sowie Halle und Kaiserslautern (je 5) eingeräumt. Die SG Sonnenhof selbst wird von niemand genannt. Der Verein aus dem Fautenhau steht bei den Kontrahenten allerdings woanders hoch im Kurs. Dann, wenn’s um die Frage nach den heißesten Abstiegskandidaten geht.

SG-Coach Oliver Zapel hat Braunschweig, Magdeburg und Unterhaching ganz oben auf dem Zettel, wenn es um die Plätze an der Sonne geht. Zudem sagt der 51-Jährige: „Kaiserslautern und Uerdingen können und müssen eigentlich eine gute Rolle spielen, stehen aber stark unter Druck.“

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Erstellt:
20. Juli 2019, 06:00 Uhr

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