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Viel Aufwand und erneut kein Ertrag

Großaspachs Drittliga-Fußballer verlieren trotz ordentlicher Leistung in Meppen und fühlen sich entscheidend benachteiligt

Die Szene sagte alles. Sofort nach dem Abpfiff eilte Oliver Zapel zügigen Schrittes zu Florian Lechner, schob erst mal seine Spieler zur Seite und geigte dann dem Schiedsrichter selbst die Meinung. 1:2 hatten Großaspachs Drittliga-Fußballer beim SV Meppen verloren und der Coach machte das zu einem guten Teil an dem Mann aus Mecklenburg fest.

Oliver Zapel hatte bei der Niederlage in Meppen einige Gründe, sich zu wundern. Das Ergebnis passte nicht, die eigenen Fans brachten seine Elf mit Rauchschwaden aus dem Konzept und Schiedsrichter Florian Lechner pfiff nicht so, wie der SG-Trainer sich das vorstellte. Foto: W. Scholz

© Werner Scholz

Oliver Zapel hatte bei der Niederlage in Meppen einige Gründe, sich zu wundern. Das Ergebnis passte nicht, die eigenen Fans brachten seine Elf mit Rauchschwaden aus dem Konzept und Schiedsrichter Florian Lechner pfiff nicht so, wie der SG-Trainer sich das vorstellte. Foto: W. Scholz

Von Uwe Flegel

„Ich bin angestochen“, gestand der SG-Trainer ein. Es spricht für den 51-Jährigen, dass er trotzdem um Sachlichkeit bemüht war. Das gelang ihm. Vielleicht auch, weil er direkt nach der Partie noch auf dem Rasen eine Adresse für seinen Zorn gefunden hatte. Eingebracht hatte ihm die klare Ansage außer einer Gelben Karte aber nichts. Die Punkte waren weg, dafür war ordentlich Frust da.

Wieder einmal hatten die Schwaben verloren. Erneut war eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung der Anfang vom SG-Ende. „Ich kann die Aspacher Enttäuschung verstehen“, zeigte Meppens Trainer Christian Neidhart Mitgefühl mit der Elf aus dem Fautenhau. Deren Trainer stellte fest: „Wir haben fantastisch in die Partie gefunden und den Gegner taktisch vor große Probleme gestellt. Dann kam die ominöse 40. Minute.“ Während Zapel sich weigerte, mehr zum Elfmeter zu sagen, urteilte Torwart Maximilian Reule nach dem Schlusspfiff kopfschüttelnd: „Ich hatte das Gefühl, dass der Ball längst weg war und das kein Elfmeter sein durfte. Es ist eine Frechheit, das zu pfeifen, er hebt klar vorher ab.“

Schiri Lechner juckten Aspachs Beschwerden wenig. Er belohnte die Flugeinlage von Deniz Undav mit einem Strafstoß, den SVM-Kapitän Thilo Leugers kurz vor der Halbzeit cool zur glücklichen 1:0-Pausenführung für die Hausherren verwandelte. Zapel schimpfte: „Es ist übel, wenn Spieler nach so etwas in der Kabine sitzen und du musst ihnen sagen: Ihr habt gut gespielt, aber ihr liegt hinten.“ Wieder einmal.

Wobei zur Wahrheit auch gehört, dass sich die SG vor der Szene, die zum Strafstoß führte, nach eigenem Eckball hatte auskontern lassen. Bis dahin war Aspach besser, brachte aber die Kugel nicht im gegnerischen Tor unter. Entweder zielten die SG-Angreifer knapp vorbei, oder sie scheiterten an Schlussmann Erik Domaschke. „Es ist eigentlich das Einzige, was ich meiner Elf vorwerfe, dass sie in der ersten Halbzeit keinen Treffer erzielt hat“, sagte Zapel. Sein Team hatte zudem direkt nach Wiederanpfiff noch eine sehr gute Chance, als Niklas Sommer durch war, den Ball aber am Tor vorbeischob.

Auf der anderen Seite zeigte Deniz Undav mit dem 2:0 nach 61 Minuten, wie es geht. „Er ist einfach Meppens Unterschiedsspieler und er hat den Unterschied ausgemacht“, lobte Aspachs Coach den gegnerischen Torjäger. Der traf in einer Phase des Spiels, in der sich die wütende SG in zehn Minuten zwei, drei kapitale Schnitzer im Spielaufbau leistete.

Vielleicht ja auch, weil die eigenen Anhänger kurz zuvor den SG-Spielern die Sinne vernebelten. Die Fans hatten gezündelt und dafür gesorgt, dass die Partie rund drei Minuten unterbrochen wurde, als Rauchschwaden durchs Stadion zogen. Zwar hatten die Schwaben ziemlich rasch wieder den Durchblick und versuchten, die Partie noch zu drehen, doch der Anschlusstreffer von Dimitriy Imbongo in der 89. Minute kam zu spät. Erst recht, weil Lechner gerade mal drei Minuten nachspielen ließ. Herzlich wenig, angesichts der vorherigen Unterbrechung. Und für Zapel ein weiterer Grund, dem Unparteiischen ein paar Sätze ins Stammbuch zu schreiben.

Wie schon erwähnt, außer Gelb und einem geleerten Kropf brachte ihm das allerdings nichts ein. Vielleicht verabschiedete sich der SG-Coach ja auch deshalb kämpferisch: „Wir gehen aus Meppen keinesfalls schwer geschlagen weg, sondern mit viel Wut im Bauch.“

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Erstellt:
25. November 2019, 06:00 Uhr

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