Ausgezeichnete Gärten
Die schönsten Gärten des Jahres – auch in der Region Stuttgart
Wenn nicht klar ist, was die Natur gemacht hat und was der Mensch. Wir zeigen „Gärten des Jahres“. In der Region Stuttgart und im Land finden sich prämierte Paradiese.
© Ferdinand Graf Luckner/Verlag
Der Gewinnergarten 2026: Daniel Berg GmbH unter der Überschrift „Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft“ mit seinem Projekt in Weggis im Schweizer Kanton Luzern.
Von Andrea Jenewein
Inwieweit sind Gärten Spiegel eines gesellschaftlichen Zeitgeistes, inwieweit individuelle Spiegel ihrer Besitzer?“, dieser Frage geht der Wettbewerb „Gärten des Jahres 2026“ nach. Bereits zum elften Mal zeichnet der Callwey Verlag mit dem Wettbewerb die schönsten Privatgärten im vorwiegend deutschsprachigen Raum aus – und bündelt die schönsten in einem Buch.
Die prämierten Gärten überraschen mit mutigen Konzepten, raffinierten Perspektiven und einer spürbaren Liebe zum Detail. Wie viel Design und Kontrolle sind erwünscht, wie viel Freiheit und Eigensinn müssen bleiben? Das Buch zeigt eine Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten anhand von über 400 Farbabbildungen und Gartenplänen. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts,der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen gehören zu den 50 Gartenporträts.
Den ersten Preis erhielt der letztjährige Newcomer des Jahres Daniel Berg aus dem Schweizer Kanton Aargau. Die von ihm designte Anlage in Weggis bei Luzern sei die „ideale Fortsetzung einer Landschaft“. Der 400 Quadratmeter große Garten liegt auf etwa 800 Meter Höhe am Fuß der Rigi, einem markanten Bergmassiv, mit weitem Blick über den Vierwaldstättersee, die Alpen und das Schweizer Mittelland. Daniel Berg wollte diesen besonderen Ort so selbstverständlich wirken lassen wie möglich. Es sollte nicht zu erkennen sein, was die Natur und was der Mensch geschaffen hat. Das ist ihm fraglos gelungen. Die Terrasse liegt auf einem zumindest seitlich unbehauenen Felsen, Bäume fungieren als natürliche Schattenspender, ein Bachlauf mit einem kleinen Wasserfall sorgt für Sommerfrische.
Eine Anerkennung ging nach Horgen am Zürichsee. Die beiden Landschaftsarchitekten Jan Schelling und Robin Lustenberger schafften es, aus einem exponierten, kaum nutzbaren kleinen Hang in der Nähe von Zürich einen spannungsreichen, intimen und wohnlichen Garten zu gestalten – samt Wasserbecken, Outdoorgrill und mehreren Sitzecken. „Zwei Gartenebenen verbunden durch Atmosphäre, getrennt durch Stufen – ein Ankommen und das Gefühl: Zuhause“, so beschreiben sie das Ergebnis ihres Projekts.
Eine weitere Anerkennung erhielt das in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bei München ansässige Planungsbüro CvB Gartendesign Christiane von Burkersroda. Ihr Projekt „Gartenpanorama in Szene gesetzt“ in München besticht durch seine ruhige Atmosphäre, seine Konzentration auf das Wesentliche und seine gelungenen Proportionen. „Im Spiel von Licht und Schatten wird der Garten zu einer Bühne der sich permanent wandelnden Szenerie“, erklärt Christiane von Burkersroda.
Mit dem Newcomer des Jahres will man junge Büros würdigen
Das Büro von Stephan Maria Lang Architektengesellschaft in München erhielt eine Anerkennung für das Projekt „Am Anfang steht der Ort“, ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt. „Die erste Frage, die sich mir stellt, ist die nach dem genius loci, dem Ort“, sagt Stephan Maria Lang. Entscheidend ist bei diesem Projekt das Zusammenspiel von Haus und Garten: Lang lässt Gartenräume mit interessanten Blickachsen entstehen – und Gartenzimmer, die jeweils ihre eigenen Pflanzen und Stimmungen haben.
Eine weitere Anerkennung ging WKM Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf mit dem Projekt „Stiller Garten mit Waldcharakter“ am Niederrhein. Dieser Garten wird von Grün dominiert. Er ist unaufdringlich. Die Terrasse liegt auf der Waldlichtung, Gräser fließen durch den Garten und bilden kleine Aufenthaltsflächen wie etwa an einer Feuerstelle.
Zum zweiten Mal wurde der Newcomer des Jahres gekürt, eine Auszeichnung, die besonders junge Büros und Neugründungen fördern und ehren möchte. Der Preis geht an das Planungsbüro Draußen Daheim mit dem Projekt „Oase der Lebensfreude“ in Weimar.
Drei ausgezeichnete Gärten aus Baden-Württemberg
Auf dem ehemaligen Gelände einer städtischen Wetterwarte hat die Landschaftsarchitektin Vanessa Seiß zusammen mit Udo Lindenlaub einen Naturpool, einen Nutzgarten, einen Platz für Hühner und Rückzugsräume geschaffen. Besonders schön ist ihr jahreszeitlich angepasster Einsatz von Stauden.
Aus Baden-Württemberg sind drei Gärten unter den ausgezeichneten Gärten: Eine Gartenlandschaft in Karlsruhe, entworfen vom Ettlinger Büro Paul Heidt GmbH, ein Garten in Steinenbronn im Landkreis Böblingen gestaltet von Thomann Garten- und Landschaftsbau aus Bitz auf der Zollernalb, sowie ein „Garten für Pflanzenliebhaber“, den das Leimener Unternehmen Anne Repnow Gartengestaltung südlich von Heidelberg realisierte.
Wie viel Design und Kontrolle sind in Gärten also erwünscht, wie viel Freiheit und Eigensinn müssen bleiben? In den prämierten Gärten wurde jeweils das richtige Maß gefunden. Denn: „Leben allein ist nicht genug“, sagte der Schmetterling. „Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.“ Nachzulesen bei Hans Christian Andersen.
Info
Das Buch„Gärten des Jahres 2026“ von Susanne Wiborg und Konstanze Neubauer. 336 Seiten mit zahlreichen Fotografien. Callwey Verlag, 59,95 Euro.
© Ferdinand Graf Luckner
Den ersten Preis erhielt der letztjährige Newcomer des Jahres Daniel Berg GmbH unter der Überschrift „Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft“ mit seinem Projekt in Weggis im Schweizer Kanton Luzern.
© Ferdinand Graf Luckner
In dem Garten sollte nicht zu erkennen sein, was die Natur und was der Mensch geschaffen hat. Das ist Berg fraglos gelungen. Die Terrasse liegt auf einem zumindest seitlich unbehauenen Felsen, Bäume fungieren als natürliche Schattenspender . . .
© Ferdinand Graf Luckner
. . . ein Bachlauf mit einem kleinen Wasserfall sorgt für Sommerfrische.
© Terry Frauenfelder
Eine Anerkennung ging an die LSLA GmbH mit ihrem Projekt „Zuhause angekommen“ – ebenfalls in der Schweiz. Die beiden Landschaftsarchitekten Jan Schelling und Robin Lustenberger schafften es, aus einem exponierten, kaum nutzbaren Hang einen spannungsreichen, intimen und wohnlichen Garten zu gestalten – samt Wasserbecken, Outdoorgrill und . . .
© Terry Frauenfelder
. . . mehreren Sitzecken.
© Ferdinand Graf Luckner
Eine weitere Anerkennung erhielt das Planungsbüro CvB Gartendesign Christiane v. Burkersroda mit dem Projekt „Gartenpanorama in Szene gesetzt“ in München.
© Ferdinand Graf Luckner
Der Garten besticht durch seine ruhige Atmosphäre, seine Konzentration auf das Wesentliche und seine gelungenen Proportionen.
© Sebastian Kolm
Das Büro von Stephan Maria Lang Architektengesellschaft erhielt eine Anerkennung für sein Projekt „Am Anfang steht der Ort“, ebenfalls in München.
© Sebastian Kolm
Stephan Maria Lang lässt Gartenräume mit interessanten Blickachsen entstehen.
© Edelrot Fotografie & Kommunikationsdesign, Rene Roeterink
Eine weitere Anerkennung ging an die WKM Landschaftsarchitekten GmbH mit dem Projekt „Stiller Garten mit Waldcharakter“ am Niederrhein.
© Edelrot Fotografie & Kommunikationsdesign, Rene Roeterink
Dieser Garten wird von Grün dominiert. Er ist unaufdringlich. Die Terrasse liegt auf der Waldlichtung.
© Sylvia Knittel
Zum zweiten Mal wurde der Newcomer des Jahres gekürt, eine Auszeichnung, die junge Büros und Neugründungen fördern und ehren möchte. Der Preis geht an das Planungsbüro Draußen Daheim GmbH mit dem Projekt „Oase der Lebensfreude“ in Weimar.
© Sylvia Knittel
Auf dem ehemaligen Gelände einer städtischen Wetterwarte hat die Landschaftsarchitektin Vanessa Seiß zusammen mit Udo Lindenlaub einen Naturpool angelegt.
© Ferdinand Graf Luckner
Aus Baden-Württemberg hat etwa Gartenlandschaft Paul Heidt eine Auszeichnung bekommen. In Karlsruhe realisierte Paul Heidt einen Garten, der mit großen Bäumen und immergrünen Hecken viel Privatsphäre bietet.
© Ferdinand Graf Luckner
Paul Heidt hat die abgehängten Holzdecken im Haus in den Außenbereich gezogen und somit einen geschützten Sitzplatz geschaffen.
© Ferdinand Graf Luckner
Die hier gezeigten Fotos entstammen dem lesenswerten Bildband „Gärten des Jahres 2026“ von Susanne Wiborg und Konstanze Neubauer. 336 Seiten mit zahlreichen Fotografien. Callwey Verlag, 59,95 Euro.
