Kryptomarkt
Bitcoin fällt unter 70.000 Doller - Was passiert ist
Der Bitcoin fällt zum Dienstag wieder unter die 70.000-Dollar-Marke und steht spürbar unter Druck. Was hinter dem Kursrutsch steckt.
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Der Bitcoin steht am Dienstag mit einem Kursrutsch von 6 % deutlich unter Druck und rückt für Anleger wieder in den Fokus. Aber was steckt hinter dem Kursrückgang?
Von Matthias Kemter
Am Dienstag notiert Bitcoin bei rund 69.700 US-Dollar und liegt damit im Vergleich zum Vortag ganze 6 Prozent Minus. Der Kursrückgang zieht auch den breiteren Kryptomarkt mit in Mitleidenschaft.
Der Markt reagiert auf Signale eines Großakteurs
Der Auslöser für die nervöse Stimmung ist, dass das von Michael Saylor geführte Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strategy erstmals seit Dezember 2022 wieder Bitcoin veräußert hat. Laut Unternehmensmeldung wurden zwischen dem 26. und 31. Mai insgesamt 32 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Preis von 77.135 US-Dollar verkauft, was Erlöse von rund 2,5 Millionen US-Dollar brachte. Auch wenn solche Verkäufe im Vorfeld kommuniziert waren, reagierten sowohl der Bitcoin-Kurs als auch die Strategy-Aktie mit deutlichen Verlusten.
Warum kleine Verkäufe trotzdem große Wirkung haben können
Rein mengenmäßig ist der Schritt klein. Strategy hält insgesamt 843.706 Bitcoin, der Verkauf entspricht damit nur einem winzigen Bruchteil des Bestands. Dennoch kann wird der Impuls am Markt als Signal gewertet, gerade weil Strategy als größter börsennotierter Unternehmenshalter eine besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zudem wurde angegeben, dass die Erlöse zur Finanzierung anstehender Ausschüttungen auf Vorzugsaktien dienen sollen, während das Management zugleich betont, die Kapitalstruktur optimieren und langfristig die Bitcoin-Exponierung pro Aktie steigern zu wollen.
Abhängigkeit von Strategy als Nachfragemotor wird zum Thema
Marktbeobachter sehen zudem ein strukturelles Risiko und befürchten, dass der Bitcoin-Kurs zunehmend von den Käufen eines einzelnen Unternehmens abhängt – eben Strategy. Demnach hätte Bitcoin ohne die umfangreichen Käufe des Unternehmens noch stärker nachgeben können. Gleichzeitig wird auf nachlassende Nachfrage anderer Gruppen verwiesen. Die Zuflüsse in US-Bitcoin-ETFs seien zurückgegangen und auch Hedgefonds sowie Privatanleger träten weniger stark als Käufer auf. Das erhöht die Bedeutung von Strategy für die Nachfrage und damit auch die Sensibilität des Marktes für jede Veränderung in dessen Verhalten.
Kettenreaktion über Bilanz- und Finanzierungsrisiken
Kritiker argumentieren zudem, dass deutliche Kursrückgänge des Leitcoins Strategy belasten, da Bilanz und Vertrauen in die Finanzierung des Unternehmens unter Druck geraten. Zudem lässt sich auch ein gefährliches Kräfteverhältnis zwischen dem Strategy-Papier und dem Bitcoin-Kurs und damit auch dem Kryptomarkt feststellen. Wird der Strategy-Kurs durch durch einen schwachen Bitcoin belastet, setzt das auch Strategy unter Druck, was wiederum den Bitcoin-Kurs weiter belasten. Entsprechend wird am Markt nicht nur auf den Preis selbst geschaut, sondern auch darauf, wie stabil die Finanzierungs- und Beschaffungsmechanik großer Halter bleibt.
