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Deutsche Bahn gibt Rekordbestellung auf

Staatskonzern will sechs Milliarden Euro in Zugflotte investieren

Schienenverkehr - Der Staatskonzern will bis zum Jahr 2024 seine Zugflotte um 200 Fahrzeuge aufstocken und dafür insgesamt sechs Milliarden Euro investieren.

Berlin Die Deutsche Bahn hat 23 neue Eurocity-Fernzüge bestellt, um die massiven Engpässe und wachsenden Fahrgastzahlen im Fernverkehr besser bewältigen zu können. Der Staatskonzern werde bis 2024 seine Flotte um insgesamt 200 Fahrzeuge aufstocken und dafür sechs Milliarden Euro investieren, kündigte DB-Vorstand Berthold Huber in Berlin an. Bis 2030 soll die Fahrgastzahl in den ICE-, Intercity- und Eurocity-Zügen demnach von 145 auf 200 Millionen wachsen. Ein Bahn-Sprecher wollte auf Anfrage noch nicht mitteilen, wer die neuen Eurocity-Züge ab 2023 liefern wird. Nach Informationen unserer Redaktion ist es ein börsennotierter Schienenfahrzeug-Hersteller aus Europa, womit es auf den ICE-Hersteller Siemens oder den französischen TGV-Produzenten Alstom hinausläuft.

Wie aus internen DB-Strategiepapieren hervorgeht, die unserer Redaktion vorliegen, sollen weitere Aufträge folgen. Demnach will die DB-Spitze mit einem neuen Rahmenvertrag insgesamt 100 neue Reise-Fernzüge für den internationalen und den touristischen Verkehr bestellen, die schrittweise ab 2023 in Einsatz kommen sollen. Ob die Fahrzeuge als neue Zuggattung vermarktet werden, ist noch offen. Klar ist schon, dass diese neuen Eurocity-Züge die betagten IC 1 auf Strecken in beliebte Urlaubsziele wie Amsterdam, Sylt und Oberstdorf im Allgäu ersetzen sollen.

Die DB-Spitze hatte bereits 2015 noch unter Ex-Chef Rüdiger Grube die „größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB-Fernverkehrs“ angekündigt. Bis 2030 sollen fast alle deutschen Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern wieder direkt ans ICE-Netz angeschlossen werden und bis zu zwei Verbindungen pro Stunde erhalten.

Zum neuen ICE-Netz sollen laut Huber 190 neue Direktverbindungen aus der Fläche in die 50 größten Städte gehören. Bis 2030 will die Bundesregierung zudem den Taktverkehr auf der Schiene bundesweit umsetzen, also regelmäßige und rasche Anschlüsse sowie Umsteigeverbindungen von wichtigen Bahnhöfen. Damit soll der Schienenverkehr wieder attraktiver werden, der in den letzten Jahren durch massive Verspätungen, Zugmängel und Ausfälle sowie Servicedefizite die Kunden verärgerte.

Wegen vieler defekter Fahrzeuge und des Anstiegs der Fahrgastzahlen hat die DB im operativen Betrieb seit Jahren große Probleme. Mit den umfangreichsten Zugbestellungen in seiner 25-jährigen Geschichte will der Staatskonzern wieder zuverlässiger werden.

Allein der Hauslieferant Siemens soll wie berichtet bis zum Jahr 2025 insgesamt 137 neue ICE 4 liefern. Vorigen Herbst hatte der DB-Aufsichtsrat eine weitere Milliarde Euro für 18 weitere und 50 verlängerte Züge des neuen Modells freigegeben. Bisher sind 25 ICE 4 im Einsatz, 2019 sollen weitere 15 geliefert werden.

Nach drastischen Lieferverzögerungen rollen inzwischen auch die neuen Intercity-Züge von Bombardier. Erstmals kommen auf der Verbindung Nürnberg–Stuttgart–Karlsruhe die Doppelstockzüge zum Einsatz, die neben verbesserter Telefonie und Internetnutzung auch die Mitnahme von Fahrrädern ermöglichen. Bisher sind 30 neue Intercity der ersten Bauserie unterwegs, zehn weitere sollen in diesem Jahr folgen. Auch die zweite Bauserie hat inzwischen die Zulassung. Daneben wird die teils betagte Bestandsflotte generalüberholt, darunter 58 ICE 1 und 65 ICE 3.

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Erstellt:
6. Februar 2019, 03:14 Uhr

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