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Eurofighter-Absturz: Schleudersitz könnte versagt haben

dpa Nossentiner Hütte. Die Suche nach der Absturzursache zweier Eurofighter über Mecklenburg-Vorpommern läuft auf Hochtouren. Im Raum steht auch die Frage, warum ein Pilot den Absturz nicht überlebte. Könnte es Probleme mit dem Schleudersitz gegeben haben?

Der brennende „Eurofighter“ stürzt über der Kleinstadt Malchow ab. Foto: Thomas Steffan

Der brennende „Eurofighter“ stürzt über der Kleinstadt Malchow ab. Foto: Thomas Steffan

Nach dem Tod eines Eurofighter-Piloten beim Absturz seiner Maschine besteht der Verdacht, dass der Schleudersitz des 27-Jährigen nicht ausgelöst haben könnte.

Erste Indizien am Wrack nährten diese Zweifel, schrieb die „Bild“-Zeitung am Donnerstag. So sei teilweise intaktes Explosionsmaterial gefunden worden, das vor dem Ausstieg die Cockpit-Haube wegsprengen soll.

Der Deutschen Presse-Agentur wurde am Donnerstag aus Militärkreisen bestätigt, dass auch untersucht werde, ob der Schleudersitz einer Maschine ausgelöst worden sei. Offiziell hieß es aber, die Luftwaffe beteilige sich nicht an Spekulationen. Das Ergebnis von Untersuchungen müsse abgewartet werden.

Bei einer Kampfflug-Übung am Montag waren über der Mecklenburgischen Seenplatte zwei Eurofighter kollidiert und abgestürzt. Ein Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und überlebte den Unfall verletzt, der andere starb. Die Maschinen gehörten zum Geschwader 73 „Steinhoff“, das in Laage bei Rostock stationiert ist. Dort werden Eurofighter-Piloten ausgebildet.

Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hat Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. So müsse geklärt werden, ob menschliches Versagen oder eine technische Ursache zu Zusammenstoß und Absturz am Montagnachmittag geführt haben, sagte Behördensprecherin Beatrix Heuer. Die Luftwaffe hat die Flugschreiber bereits gesichert, deren Daten noch ausgewertet werden.

Die Bundeswehr bereitete den Abtransport der beiden Eurofighter-Wracks bei Nossentiner Hütte vor. Die Bergung soll in den kommenden Tagen beginnen. Die Rümpfe der Maschinen sollen zusammen mit gefundenen Teilen in Laage genau untersucht werden, um die Unfallursache zu ermitteln. Ein Eurofighter wiegt leer etwa 11 Tonnen, ist 16 Meter lang und hat eine Flügelspanne von 11 Metern.

Die Wrackteile der „Eurofighter“ wurden weit verstreut. Foto: Christophe Gateau

Die Wrackteile der „Eurofighter“ wurden weit verstreut. Foto: Christophe Gateau

Ein Wrackteil eines der beiden abgestürzten „Eurofighter“ auf einem Parkplatz im Ort Nossentiner Hütte. Foto: Winfried Wagner

Ein Wrackteil eines der beiden abgestürzten „Eurofighter“ auf einem Parkplatz im Ort Nossentiner Hütte. Foto: Winfried Wagner

Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr untersuchen ein Wrackteil auf der Spielwiese eines Kindergartens. Foto: Christophe Gateau

Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr untersuchen ein Wrackteil auf der Spielwiese eines Kindergartens. Foto: Christophe Gateau

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Erstellt:
27. Juni 2019, 16:04 Uhr

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