Toskana
Geschäftsfrau fährt Taschendieb zu Tode: 18 Jahre Haft
In einem Badeort an der italienischen Riviera wird einer Unternehmerin die Handtasche aus dem SUV gestohlen. Daraufhin überfährt sie den Dieb mehrfach. Jetzt kommt das Urteil.
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Ein Auto der italienischen Polizei steht vor einer Absperrung. Wegen eines schwerwiegenden Falls von Selbstjustiz ist eine italienische Geschäftsfrau zu 18 Jahren Haft verurteilt worden (Symbolfoto).
Von red/dpa
Wegen eines schwerwiegenden Falls von Selbstjustiz ist eine italienische Geschäftsfrau zu 18 Jahren Haft verurteilt worden: Die 65-Jährige hatte einen Dieb, der ihr die Handtasche gestohlen hatte, mit ihrem SUV so oft überfahren, bis er tot war. Das Berufungsgericht von Lucca in der Toskana befand die Besitzerin eines Strandbads deshalb des Mordes schuldig. Zugleich ordnete es an, dass die Frau ihre Strafe in Hausarrest verbüßen kann.
Der Fall hatte in Italien eine hitzige Debatte über Selbstjustiz ausgelöst: Im September 2024 hatte ein 52 Jahre alter Mann im Badeort Viareggio an der Küste der Toskana abends die Tasche aus dem Auto gestohlen, was die Frau jedoch bemerkte. Daraufhin verfolgte sie den Dieb mit ihrem SUV und steuerte damit voll auf ihn zu, sodass er gegen eine Häuserwand gedrückt wurde. Anschließend setzte sie über den am Boden liegenden Mann mehrfach vor und zurück. Schließlich stieg sie auch noch aus - offensichtlich, um sich davon zu überzeugen, dass er sich nicht mehr bewegte. Dann fuhr sie davon.
Überwachungskamera zeichnete alles auf
Die Szene wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, was die Ermittler schnell auf die Spur der Unternehmerin brachte. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte sie, das Gesetz selbst in die Hand genommen zu haben. Die Verteidigung hingegen behauptete, sie sei in einem psychologischen Ausnahmezustand gewesen und habe den Mann nur aufhalten wollen. In einem Gutachten wurde die Unternehmerin jedoch als voll schuldfähig eingestuft. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslang gefordert.
