Honecker-Devotionalien bringen 120.000 Euro bei Auktion

dpa Kirchheim unter Teck. Der frühere DDR-Staatsratsvorsitzender Erich Honecker ist in seiner politischen Laufbahn in der DDR vielfach ausgezeichnet und beschenkt worden. Seine Medaillen und Orden üben auch Jahrzehnte nach seinem Tod auf manche Menschen eine Faszination aus.

Andreas Thies hält in seinem Aktionshaus ein KFZ Stander Erich Honekers als Partei und Staatsratsvorsitzenden der DDR. Foto: Tom Weller/dpa

Andreas Thies hält in seinem Aktionshaus ein KFZ Stander Erich Honekers als Partei und Staatsratsvorsitzenden der DDR. Foto: Tom Weller/dpa

Bei einer Versteigerung von Devotionalien des früheren DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker hat das Auktionshaus Thies 120.000 Euro erzielt.

Die höchste Summe entfiel mit 14.000 auf eine Ordenskette der Weißen Rose von Finnland für Staatsoberhäupter, wie Auktionator Andreas Thies am Samstag in Kirchheim unter Teck nahe Stuttgart mitteilte. Für 8500 Euro ging das Modell eines Segelschiffes weg, das der Emir von Kuwait Honecker geschenkt hatte.

Etwa 20 Objekte - darunter viele Orden und eine Autofahne - kamen coronabedingt in einer Online- und Telefon-Versteigerung unter den Hammer. Thies zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Das ist mehr als ich erwartet habe.“

Der gebürtige Saarländer Erich Honecker war 1994 in Chile gestorben. Kurz vor seinem Tod hatte er die Erinnerungsstücke einem nicht aus Deutschland stammenden Mann verkauft. Dieser auch nicht mehr ganz junge Kunde habe ihm die historische Sammlung in Kommission gegeben, da in seiner Familie sich niemand dafür erwärmen könne, sagte Thies.

Er betonte, nach einem aus seiner Sicht erfolgreichen Rechtsstreit mit dem Bund bestünden keinerlei Ansprüche Dritter an den Objekten. Das gelte auch für etwa 80 weitere, die er im Frühjahr 2021 versteigern wolle. Darunter seien kostbarere Objekte.

Für diese und die bereits versteigerten Gegenstände habe ein Interessent zuvor über eine Million Euro geboten. Durch den Zwist mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sei dieser jedoch abgesprungen. Deshalb behalte er sich - abhängig vom Erlös des weiteren Sammlungsteils - eine Schadenersatzklage vor, sagte Thies. Die Bundesanstalt hatte argumentiert, bei den Gegenständen handele es sich womöglich um ehemals volkseigenes Vermögen.

© dpa-infocom, dpa:201213-99-672860/2

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Erstellt:
13. Dezember 2020, 08:11 Uhr

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