Finanzen

Insolvenzen von Verbrauchern und Firmen steigen in der Krise

Die Zahl der Verbraucherpleiten ist im ersten Quartal deutlich gestiegen. Auch viele Unternehmen kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten. Mehrere Branchen sind besonders betroffen.

Die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen und Privatleuten wächst angesichts der schwachen Wirtschaft

© Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen und Privatleuten wächst angesichts der schwachen Wirtschaft

Von dpa

Wiesbaden - Inmitten der Wirtschaftskrise reißt die Welle der Firmenpleiten in Deutschland nicht ab. Im ersten Quartal wurden 6.275 Unternehmensinsolvenzen bei den Amtsgerichten beantragt und damit 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allein im März stieg demnach die Zahl um 15,8 Prozent.

Auch Privatleute geraten zunehmend in finanzielle Bedrängnis. So gab es im März 7.462 Verbraucherinsolvenzen - fast ein Fünftel (18,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Im ersten Quartal legte die Zahl um sechs Prozent zu. 

Forderungen der Gläubiger sinken trotzdem

Die Forderungen der Gläubiger aus den Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal beliefen sich auf rund 9,3 Milliarden Euro - deutlich weniger als ein Jahr zuvor mit 19,9 Milliarden Euro. Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegt das daran, dass im ersten Quartal 2025 mehr Großunternehmen Insolvenz beantragt hatten. Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im ersten Quartal dieses Jahres 17,7 Insolvenzen. Am stärksten betroffen waren Verkehr und Lagerei sowie das Gast- und Baugewerbe.

Bei den Daten ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen fast drei Monate davor.

Experten wie die Kreditauskunftei Creditreform rechnen auch im laufenden Jahr mit mehr Insolvenzen in Deutschland. Einer Studie der Beratungsgesellschaft EY Parthenon zufolge erwarten auf Krisenfälle spezialisierte Banken mehr Umstrukturierungen angesichts steigender Energie- und Rohstoffkosten, Kriegen und einer schwächeren Wirtschaft. Für den Auto- und Maschinenbau werde in Deutschland der höchste Restrukturierungsbedarf erwartet, während der Druck in der Immobilienbranche sinke. Deutschland als Exportnation sei vom global langsameren Wirtschaftswachstum und geopolitischen Krisen stärker betroffen als andere Länder in Europa.

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Erstellt:
12. Juni 2026, 10:08 Uhr

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