Kapitalismuskritiker David Graeber ist tot

dpa Stuttgart. Der amerikanische Kapitalismuskritiker und Autor David Graeber ist im Alter von 59 Jahren in einem Krankenhaus in Venedig gestorben. Die Todesursache sei unklar, teilte eine Sprecherin des Klett-Cotta Verlags unter Berufung auf die Ehefrau in Stuttgart mit. Er starb bereits am Mittwoch, sagte die Sprecherin am Freitag. Graeber ist vor allem durch seine Werke „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“, „Bürokratie. Die Utopie der Regeln“ und „Bullshit Jobs. Vom wahren Sinn der Arbeit“ in Deutschland bekannt geworden und war einer der wichtigsten Autoren des Klett-Cotta Verlags.

Der amerikanische Kapitalismuskritiker und Autor David Graeber. Foto: Marijan Murat/Klett Cotta/dpa/Archivbild

Der amerikanische Kapitalismuskritiker und Autor David Graeber. Foto: Marijan Murat/Klett Cotta/dpa/Archivbild

Graeber unterrichtete zuletzt an der London School of Economics und galt als Vordenker der Occupy-Bewegung, die sich gegen die Finanzbranche richtet. Der verlegerischer Geschäftsführer des Klett-Cotta Verlags, Tom Kraushaar, sagte: „David Graeber hat uns ermöglicht, drängende Fragen unserer Zeit aus einer neuen, ethnologischen Perspektive zu sehen.“ Sein Spektrum reichte weit, von einer Analyse des Kapitalismus in globalgeschichtlicher Dimension bis zu den Widersprüchen unserer Arbeitswelt. „Wie kaum ein anderer hat er sein Denken mit politischem Engagement verbunden.“

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Erstellt:
4. September 2020, 12:43 Uhr

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