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Kemmerich räumt Fehler bei Corona-Regeln-Protest ein

dpa Erfurt/Gera. Thüringens Ex-Kurzzeitministerpräsident Thomas Kemmerich hat in Gera an einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen teilgenommen - und viel Kritik geerntet. In einer Sache hat er sich nun entschuldigt.

Thomas Kemmerich im Februar nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Thomas Kemmerich im Februar nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat eingestanden, sich während einer Kundgebung gegen Corona-Beschränkungen in Gera falsch verhalten zu haben.

Es sei ein Fehler gewesen, dass er dabei zeitweise die Abstandsregeln nicht eingehalten und auch keinen Mundschutz getragen habe, sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag. Zwar habe er vor Beginn eines sogenannten Spaziergangs auf die Einhaltung dieser Hygienevorschriften geachtet. Anschließend habe er das aber unterlassen, wie mehrere Fotos zeigen. „Dafür kann ich mich nur entschuldigen“, sagte Kemmerich.

Gleichzeitig erklärte er, es sei nie seine Absicht gewesen, mit der Kundgebung der AfD oder Verschwörungstheoretikern eine Plattform bieten zu wollen. Er sehe aber ein, dass er genau das getan habe.

Für sein Verhalten war er zuvor harsch kritisiert worden, auch innerhalb der eigenen Partei, etwa vom FDP-Vorsitzenden Christian Lindner. FDP-Bundesvorstandsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann forderte sogar Kemmerichs Parteiaustritt. „Wir als FDP-Bundesvorstand sollten Thomas Kemmerich dazu auffordern, seinen Hut zu nehmen und die FDP zu verlassen“, sagte sie der „Welt“. Sie halte das Verhalten für schwerst parteischädigend. „Offensichtlich sucht er jetzt nicht nur physisch die Nähe zur AfD, sondern auch zu Verschwörungstheoretikern und hat inzwischen wohl auch Gefallen an deren demokratiezersetzendem Kurs gefunden.“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) kritisierte, dass sich der FDP-Landesvorsitzende in ein solches Umfeld begeben habe, sei für ihn „sehr irritierend“ gewesen, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Sonntag). „Der Veranstalter hat offensichtlich billigend in Kauf genommen, wer da sonst so mitgelaufen ist. Eine erkennbare Abgrenzung zu Antisemitismus oder Rechtsextremismus hat es nicht gegeben.“ Kemmerich habe das mit seinem Besuch ausdrücklich unterstützt.

Kemmerich hatte sich am Samstag im ostthüringischen Gera an Protesten gegen corona-bedingte Einschränkungen in Deutschland beteiligt. Auf Bildern ist etwa zu sehen, wie Kemmerich dabei ohne Mundschutz dicht neben anderen Protestierenden läuft. Etwa 600 Menschen nahmen an der Demonstration nach Polizeiangaben teil.

Kemmerich steht nicht zum ersten Mal wegen seines Verhaltens in der Kritik. Er war am 5. Februar mit Stimmen von AfD, CDU und FDP in Thüringen zum Ministerpräsidenten gewählt worden, was bundesweit für Entrüstung und Proteste sorgte. Drei Tage nach seiner Wahl trat er zurück.

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Erstellt:
10. Mai 2020, 15:35 Uhr

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