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Klingbeil kritisiert „Hahnenkampf“ Laschets und Söders

dpa Berlin. Lars Klingbeil stört sich am Vorpreschen von Söder und Laschet. Verantwortungsvolles Corona-Krisenmanagement gehe mit Geschlossenheit, so der SPD-Generalsekretär. In einer Umfrage kann die Union jedoch weiter profitieren.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil übt Kritik an der Union. Foto: Annette Riedl/dpa

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil übt Kritik an der Union. Foto: Annette Riedl/dpa

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat den Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU), Profilierungsversuche in der Corona-Krise vorgeworfen.

Der „Wettbewerb zwischen München und Düsseldorf“ laufe so langsam aus dem Ruder, sagte Klingbeil der „Rheinischen Post“. „Das wirkt manchmal wie ein Hahnenkampf um das Merkel-Erbe, bei dem sich die Beteiligten gegenseitig belauern und zwanghaft versuchen, schneller zu sein als der andere.“ Er finde das gefährlich und der Situation absolut nicht angemessen. „Dafür ist die Lage viel zu ernst.“

Verantwortungsvolles Krisenmanagement gehe am besten mit Geschlossenheit, sagte Klingbeil. „Was deshalb überhaupt nicht hilfreich ist, sind die ständigen öffentlichen Profilierungsversuche der potenziellen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU.“

Söder hatte in Bayern beispielsweise vor den anderen Bundesländern Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus auf den Weg gebracht und damit auch die bundesweite Debatte beeinflusst. Laschet, der für den CDU-Vorsitz kandidiert, hatte sich stark in der Debatte über Lockerungen der Corona-Maßnahmen positioniert. Söder hatte mehrfach klargemacht, dass er derzeit keine Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur hat, und dies trotz guter Umfragewerte in der Corona-Krise nochmals wiederholt.

Die Union fährt indes weiter gute Umfragewerte ein. Im „Insa-Meinungstrend“ für die „Bild“-Zeitung gewinnen CDU und CSU gemeinsam einen Punkt dazu und kommen damit auf 38,5 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und steht mit 15 Prozent auf Platz drei, hinter den Grünen. Diese bleiben mit 16 Prozent unverändert im Vergleich zur Vorwoche. Auch bei den anderen Oppositionsparteien bewegt sich in der Umfrage nichts: Die AfD liegt bei 10,5 Prozent, die Linke bei 7,5 Prozent und die FDP kommt auf 7 Prozent. Sowohl die große Koalition aus Union und SPD als auch ein schwarz-grünes Bündnis hätten demnach eine Mehrheit.

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Erstellt:
21. April 2020, 00:39 Uhr

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