Kommentar: Timmy, unser aller Buckelwal!

Kommentar: Timmy, unser aller Buckelwal!

Von Jan Sellner

Stuttgart - Timmy bewegt sich, Timmy bewegt sich nicht, Timmy bläst, Timmy atmet, Timmy wird schwächer. Endlich: Timmy schwimmt sich frei! Und sitzt wieder fest! Timmy, der Buckelwal, benannt nach Timmendorf, wo das Tier vor einer Woche auf einer Sandbank aufsaß, steht für ein mediales Whalewatching, das seinesgleichen sucht. Seit der biblischen Geschichte vom Walfisch, der den Propheten Jona verschluckt hat, und Herman Melvilles Moby Dick dürfte kein Wal mehr Aufmerksamkeit erregt haben.

Das Land fiebert mit, es blickt auf die Wismarer Bucht, wo sich der Buckelwal aktuell aufhält. Erleichtert vernehmen wir, der Wal wirke jetzt „agiler“, nachdem die Schreckensnachricht kursierte: „Die Vögel hacken schon auf ihm rum.“ Ja, es sind Tage zwischen Hoffen und Bangen, und angesichts der Begleitmusik könnte man meinen, Timmy sei in Wahrheit nicht auf einer Sandbank, sondern auf dem Boulevard gestrandet.

Und doch löst dieses verirrte Tier etwas in uns aus. Ist es die Sehnsucht nach dem Happy End? Oder die unerwartete Nähe des Meeresriesen, den wir alle Timmy rufen? Nur leider will die Sympathie für den Säuger so gar nicht zu unserem Umgang mit der Tierwelt passen. Jedes Jahr werden rund 1000 Wale erlegt. Dazu kommen menschengemachte Gefahren. Davon zeugt der Rest eines Netzes im Maul unseres Lieblingswales. All das übersehen wir oft. Mit diesem einen Tier aber halten wir die Luft an: Mach’s gut, Timmy!

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Erstellt:
31. März 2026, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
31. März 2026, 23:58 Uhr

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