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Lufthansa kämpft um Alitalia-Einstieg

Deutsche Fluglinie führt vertiefte Gespräche mit italienischen Politikern – Sie setzt aber Bedingungen

Frankfurt /RTR - Die Lufthansa will im Bieterrennen um Alitalia die Konkurrenten Delta und Easyjet ausstechen. „Wir kämpfen um den Markt Italien und damit auch um die Alitalia“, sagte Vorstand Harry Hohmeister. Das Lufthansa-Management habe in letzter Zeit „vertiefte Gespräche“ mit Politikern in Italien und den Verantwortlichen bei der staatlichen Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) über eine Mehrheitsbeteiligung an Alitalia geführt. FS stieg bei der insolventen staatlichen Schwester Alitalia Ende 2018 unter der Maßgabe ein, Airlines als Miteigentümer zu finden. In dem seit der Pleite 2017 laufenden Verkaufsprozess hat jetzt Medienberichten zufolge Delta die Nase vorn. Auch der britische Billigflieger Easyjet hatte Interesse bekundet.

Die Lufthansa war lange Zeit der neue Wunscheigentümer der italienischen Staatskommissare, die zeitweise über die Zukunft Alitalias verhandelten. Doch der deutsche Platzhirsch stellte harte Bedingungen: Alitalia sollte erst unter staatlicher Verantwortung mit dem Abbau Tausender Stellen saniert werden – doch schon in der Vergangenheit scheiterten Sanierungsversuche am Widerstand der starken Gewerkschaften. Und die Lufthansa wäre nur zum Einstieg bereit, wenn sie das Sagen bekommt, und akzeptiert keine staatlichen Miteigentümer. Diese Bedingungen gälten weiter, erklärte Hohmeister, operativer Chef der Marke Lufthansa und ihrer Schwestern Swiss und Austrian Airlines. „Wir sind an Alitalia interessiert, aber unter den richtigen Voraussetzungen – die haben sich nicht grundsätzlich geändert.“ Langfristig wolle die Lufthansa 100 Prozent übernehmen.

Kurz vor der Sitzung bei Alitalia, bei der sich FS auf einen bevorzugten Investor festlegen will, trommelt der Lufthansa-Manager für den Plan der Kranich-Airline. Die starke Stellung der Lufthansa allein sollte „schon Argument genug für die Verantwortlichen bei Alitalia sein, darüber nachzudenken, ob sie eher Teil eines starken europäischen Systems sein möchten oder einen anderen Weg gehen wollen“. Ein europäischer Verbund sei aus volkswirtschaftlichem Interesse wichtig, damit das Industrieland Italien in ein weltweites Netz eingebunden sei.

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Erstellt:
29. Januar 2019, 11:22 Uhr

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