Standortschließung

Mahle-Werk: Abfindungen für Belegschaft erstreikt

Nach vier Tagen Streik im existenzgefährdeten Mahle-Werk Neustadt an der Donau hat die IG Metall mit dem Unternehmen eine sozialverträgliche Lösung vereinbart – mehr aber auch nicht.

Vier Tage lang wurde  gestreikt – nun sollen die Beschäftigten über das Verhandlungsergebnis abstimmen.

© Sven Hoppe/dpa

Vier Tage lang wurde gestreikt – nun sollen die Beschäftigten über das Verhandlungsergebnis abstimmen.

Von Matthias Schiermeyer

Mit einem viertägigen Erzwingungsstreik hat die IG Metall eine soziale Abfederung für die Belegschaft beim Aus des Mahle-Werks Neustadt an der Donau erzwungen. Die geplante Schließung des bayerischen Standorts wurde so nicht verhindert, doch hat sich die Gewerkschaft mit der Arbeitgeberseite auf eine tarifliche Lösung verständigt. Der IG Metall zufolge erhalten die Beschäftigten „hohe Abfindungen – weit über das übliche Maß hinaus“.

Höhe der Abfindung abhängig vom Alter der Beschäftigten

„Das Management ist nicht bereit, seine Fehlentscheidung zurückzunehmen“, kritisiert Rico Irmischer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Es sei aber gelungen, wichtige soziale Absicherungen durchzusetzen. „Ohne den Druck der Belegschaft hätte sich das Unternehmen nicht bewegt.“

Die konkrete Höhe der Abfindungen sei abhängig vom Alter der Beschäftigten und der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit. Zusätzliche Abfindungen gebe es etwa für Beschäftigte mit Kindern. Ein ergänzender Mitgliederbonus bringe in der Gewerkschaft organisierten Beschäftigten mit langen Mitgliedschaften deutlich mehr Abfindung ein. Außerdem seien ein Härtefall-Fonds sowie eine Transfergesellschaft vereinbart worden.

IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott prophezeite: „Die Schließung des Standorts wird Mahle nun teuer zu stehen kommen.“ Gerade der Mitgliederbonus sei mehr als nur ein finanzielles Signal – er sei Ausdruck der Anerkennung für all jene Mitglieder, „die diese Bewegung mit großem persönlichem Einsatz getragen haben“. Der Streik wird fortgesetzt, bis die IG Metall-Mitglieder in einer zweiten Urabstimmung über die Annahme des Verhandlungsergebnisses abgestimmt haben. Dafür ist eine Zustimmung von mindestens 25 Prozent erforderlich. Geplant ist sie für diesen Montag.

Produktion soll in die Slowakei verlagert werden

In Neustadt an der Donau arbeiten etwa 400 Beschäftigte, die Klimaanlagen für Fahrzeuge aller Antriebsarten – unter anderem für BMW, Porsche, Volvo und Jaguar Land Rover – herstellen. Im Februar hatte Mahle den gemeinsamen Zukunftsprozess für den Standort mit IG Metall und Betriebsrat aufgekündigt, nachdem das Unternehmen laut Gewerkschaft „eigenständig den Verkauf des Betriebsgeländes und der Werkshallen vorangetrieben hatte“.

In den darauffolgenden Monaten organisierte die IG Metall mehrere Warnstreiks, einen über 24 Stunden. Die Verhandlungen über Zukunftsperspektiven blieben ergebnislos. Am 12. Mai kündigte Mahle die Schließung des Werks zum ersten Quartal 2027 an. Daraufhin startete die IG Metall nach einer Urabstimmung einen unbefristeten Arbeitskampf. Die Produktion solle in die Slowakei verlagert werden, hieß es.

Das Unternehmen war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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Erstellt:
29. Mai 2026, 23:30 Uhr
Aktualisiert:
29. Mai 2026, 23:57 Uhr

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