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Muslimische Schülerheime:Vorwurf der Indoktrination

ExklusivVerband VIKZ soll im Land türkische Kinder abschotten – Aufsicht sieht keine Gefahr

Konservative Türken im Südwesten schicken ihre Kinder gerne in Schülerwohnheime des Islamverbands VIKZ. Kritiker halten das für integrationsfeindlich. Sie fordern ein Eingreifen.

Stuttgart Der CDU-Integrationspolitiker Bernhard Lasotta befürchtet, dass der Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ) mit seinen Schülerwohnheimen gegen das Kindeswohl verstößt. „Damit werden Kinder und Jugendliche in einer ultrakonservativen und mittelalterlichen Lebenswelt einzementiert“, sagt der Landtagsabgeordnete unserer Zeitung. Die Lehren stünden im Gegensatz zu den Werten des Grundgesetzes und wirkten integrationsfeindlich.

Lasotta fordert eine Neuregelung der Genehmigungspraxis. „Was mit den Kindern tatsächlich passiert, wird vor allem formal und viel zu wenig inhaltlich geprüft.“ Die Kinder besuchen öffentliche Schulen. Nachmittags und abends erhalten sie Hausaufgabenhilfe und Religionsunterricht in den Heimen, in die sie ihre Eltern schicken.

Der Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS), der die Schülerwohnheime genehmigt, stellt fest: Hinweise auf Kindeswohlgefährdungen aufgrund der konservativen Ausrichtung gebe es bislang nicht, so eine Sprecherin. Das werde auch mit Vor-Ort-Besuchen kontrolliert. Die Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann spricht trotzdem von Indoktrination, andere Kritiker gar von „Gehirnwäsche“.

Der VIKZ weist die Vorwürfe zurück. „Im Schülerwohnheim sollen muslimische Jugendliche lernen, sich in die deutsche Kultur zu integrieren“, sagt Muhammet Güclü, Vorsitzender des VIKZ-Ablegers in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen). Dort gibt es Streit über den Bau eines neuen Wohnheims.

Zum Islamverband VIKZ gehören 300 Moscheegemeinden in Deutschland, darunter 45 in Baden-Württemberg. Die drittgrößte Organisation türkischer Muslime in Deutschland betreibt im Südwesten elf genehmigte Schülerwohnheime für 237 Kinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren.

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Erstellt:
11. Dezember 2018, 13:40 Uhr

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