Energiekonzern

Ölkonzern BP setzt Verwaltungsratschef ab - Aktie rutscht ab

Der britische Ölkonzern überrascht mit einer Mitteilung zu einem Top-Mann in der Führungsetage. Die Hintergründe bleiben unklar, es geht um schwerwiegende Vorwürfe.

Der britische Energiekonzern BP setzt seinen Verwaltungsratspräsidenten ab

© Clara Margais/dpa

Der britische Energiekonzern BP setzt seinen Verwaltungsratspräsidenten ab

Von dpa

London - Der britische Ölkonzern BP hat Verwaltungsratschef Albert Manifold mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Hintergrund sind "schwerwiegende Bedenken" in Zusammenhang mit seinen Führungsstandards, seiner Aufsichtspflicht und seines Verhaltens, wie der Konzern am Mittag mitteilte. Der Vorstand habe "einstimmig beschlossen", dass Manifold nicht länger als Vorsitzender und Mitglied des Verwaltungsrats tätig sein solle. 

Weiter Hintergründe nannte BP zunächst nicht. Zum Interimsvorsitzenden wurde Ian Tyler ernannt. Ein Nachfolgeprozess zur Besetzung des dauerhaften Vorsitzes werde eingeleitet, teilte der Konzern mit. An der Börse wurden die Neuigkeiten mit einem Kursrutsch quittiert. Die BP-Aktie verlor zeitweise mehr als neun Prozent auf 500 britische Pence. Am Nachmittag lag sie noch mit 4,6 Prozent im Minus, gehörte damit aber weiter zu den größten Verlierern im britischen Leitindex FTSE 100.

Verhalten wird als inakzeptabel angesehen

"Albert hat dazu beigetragen, der Transformation von BP die nötige Aufmerksamkeit und Dynamik zu verleihen", sagte das unabhängige Verwaltungsratsmitglied Amanda Blanc. Die ihm vorgeworfenen Versäumnisse bei der Unternehmensführung und Verhaltensprobleme hätten den Verwaltungsrat jedoch "überrascht und enttäuscht". Das Gremium erachte sie als inakzeptabel. 

Ende April hatte BP hohe Gewinne dank höher Ölpreise mitgeteilt. Im ersten Quartal betrug der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn rund 3,2 Milliarden US-Dollar (2,7 Mrd. Euro), mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum mit knapp 1,4 Milliarden Dollar. Unter anderem eine höhere Ölproduktion im Golf von Mexiko habe Störungen im Nahen Osten angesichts des Iran-Kriegs wettgemacht, hieß es.

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© Oliver Berg/dpa

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Erstellt:
26. Mai 2026, 16:48 Uhr

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