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Prognose: Bis Ende Juli fast 150.000 Corona-Tote in den USA

dpa Seattle/Washington. Die US-Wirtschaft ist von der Pandemie schwer getroffen. Präsident Donald Trump hat es eilig, Restriktionen schnell wieder zu lockern. Nun prognostizieren Forscher eine höhere Opferzahl. Die Steigerung liege unter anderem an den vielen Lockerungen.

Unterwegs mit Mundschutz in Philadelphia: In den USA gibt es bislang 1,36 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Foto: Matt Rourke/AP/dpa

Unterwegs mit Mundschutz in Philadelphia: In den USA gibt es bislang 1,36 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Foto: Matt Rourke/AP/dpa

US-Wissenschaftler gehen in einer aktualisierten Modellrechnung davon aus, dass es in den Vereinigten Staaten bis Ende Juli fast 150.000 Corona-Tote geben wird.

Die höhere prognostizierte Opferzahl liege unter anderem an der in vielen Landesteilen beginnenden Lockerung der Corona-Auflagen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle. Die ganzen Auswirkungen der Lockerungen würden wegen der Zeit zwischen Ansteckungen, Tests, möglichen Krankenhausaufenthalten oder Todesfällen erst in einigen Wochen klar werden, warnten sie.

Die Prognosen der Forscher werden in den USA viel beachtet, weil die Regierung von US-Präsident Donald Trump sie mehrfach zitiert hat, um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu erklären. Die Experten hatten ihr Modell zuletzt erst am Sonntag aktualisiert und erklärt, die Opferzahl würde sich ab Ende Juli bei etwa 134.000 Toten stabilisieren.

Nun prognostizieren sie für den 4. August rund 147.000 Tote. Für die Zeit danach trifft das Modell noch keine Aussage. Noch vor wenigen Wochen war die Universität davon ausgegangen, dass im Hochsommer bei etwa 90.000 Toten ein Plateau erreicht würde.

Bislang sind in den USA bereits 82.000 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben. Trump macht inzwischen großen Druck, die Corona-Beschränkungen der Bundesstaaten schnell wieder zu lockern, um die dramatischen wirtschaftlichen Folgen zu begrenzen.

Das IHME-Modell stellt keine genaue Prognose dar: Jedes Rechenmodell kann nur so gut sein wie die ihm zugrundeliegenden Daten, Annahmen und die daraus gezogenen Schlüsse. Der Wert von 147.000 Toten bis Anfang August stellt denn auch einen Mittelwert der Berechnungen der Forscher dar. Mindestens gehen die Experten von 113.000 Todesfällen aus, maximal könnten es dem Modell zufolge 227.000 werden.

Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, bislang 1,36 Millionen bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. Das entspricht etwa jeder dritten weltweit nachgewiesenen Infektion.

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Erstellt:
13. Mai 2020, 08:28 Uhr

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