Prozess: Pfleger missbrauchte geistig behinderte Menschen

dpa/lsw Stuttgart. Jahrelang soll ein Heilerziehungspfleger schwer geistig behinderte Menschen und zwei Kinder missbraucht haben. Dann zeigte er sich selbst an. Nun muss er sich vor der Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts verantworten.

Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Jahrelang soll ein Heilerziehungspfleger schwer geistig behinderte Menschen und zwei Kinder missbraucht haben - vom heutigen Dienstag an muss er sich vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Es werde über neun Taten verhandelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Anklagebehörde wirft dem 30-Jährigen unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung vor.

Der Pfleger soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 2005 und 2019 in einer Einrichtung bei Deckenpfronn (Kreis Böblingen) mehrere schwer behinderte Menschen missbraucht haben. Zudem soll er sich von 2012 bis 2014 an zwei Kindern in Überlingen (Bodenseekreis) vergangen haben. Die Opfer waren damals zwischen acht und zwölf Jahren alt.

Bis Anfang November hat die Jugendkammer des Landgerichts fünf weitere Verhandlungstage anberaumt. Der Angeklagte hatte sich selbst angezeigt und danach die Taten weitgehend gestanden. Teile des Prozesses könnten laut Staatsanwaltschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, um die Opfer zu schützen (Az. 2 KLs 43 Js 11533/20 jug).

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Erstellt:
13. Oktober 2020, 02:45 Uhr

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