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Rems-Murr-Kreis trotzt dem Bundestrend

Bauland ist in den vergangenen Jahren günstiger geworden – Käufer zahlten 2017 im Schnitt 198 Euro pro Quadratmeter

WAIBLINGEN (zds). Baugrund in München erben, ist wie ein Sechser im Lotto: 2533 Euro kostete dort der Quadratmeter Bauland zuletzt im Schnitt. Für diesen Betrag müssten im Rems-Murr-Kreis 12,8 Quadratmeter Besitzer oder Besitzerin wechseln.

Im Schnitt zahlten Käufer nach den Meldungen ans Finanzamt hier rund 198 Euro pro Quadratmeter Bauland. Das ist Platz 79 in der bundesweiten Baulandpreis-Bundesliga, unter 403 ausgewerteten kreisfreien Städten und Landkreisen (wobei gilt, je weiter hinten, desto niedriger der Quadratmeterpreis).

Am günstigsten kommen Bauherren derzeit im Kreis Elbe-Elster (Brandenburg) an Baugrund: Für 10 Euro ist der Quadratmeter im Schnitt zu haben. Der bundesweite Schnitt liegt bei 131 Euro (Vorjahr: 119 Euro). Tendenz weiter steigend. Allerdings nicht bei uns: Hier sank der Preis zuletzt. Es geht aber auch noch etwas teurer: In der statistischen Erfassung wird Bauland in „baureifes Land“, „Rohbauland“ und „sonstiges Bauland“, das beispielsweise als Freifläche genutzt wird, untergliedert.

Die Untergruppe „baureifes Land“ ist die teuerste Form, denn das besagt, dass der Bagger sofort rollen kann, weil die notwendige Erschließung vorhanden ist. Wesentlich günstiger ist Rohbauland, da es sich hier um Grundstücke handelt, die erst in absehbarer Zeit erschlossen werden sollen. Deswegen unterscheiden sich auch die beiden Durchschnittswerte, die die Statistiker für den Rems-Murr-Kreis angeben: Bauland kostete 2017 im Rems-Murr-Kreis im Schnitt rund 198 Euro (Vorjahr: 212 Euro), baureifes Land kam sogar auf rund 249 Euro (Vorjahr: 311 Euro).

Diese durchschnittlichen Kaufwerte errechnen sich dabei aus tatsächlichen Grundstücksgeschäften, sind also keine Werte, die Gutachterausschüsse ermitteln. Basis der Berechnung sind die Daten, die zur Berechnung der Grunderwerbsteuer ans Finanzamt gemeldet werden. Das kennt damit die echten Verkaufswerte auf Euro und Cent (vorausgesetzt, es wechselt kein Schwarzgeld den Besitzer). Diese Verkaufswerte werden zur Erfassung in der Kaufwertestatistik gemeldet. Damit wissen wir, dass 2017 in Baden-Württemberg 4962 baureife Grundstücke verkauft wurden. Dazu kamen 335 Verkaufsfälle mit Bauerwartungsland, macht zusammen 5297 Käufe und Verkäufe. Insgesamt 92 der Baugrundstücke wurden im Rems-Murr-Kreis verkauft, darunter 84 baureife Grundstücke. Bei diesen kostete der Quadratmeter wie gesagt im Schnitt 249,17 Euro. Das waren 62,12 Euro (oder 20 Prozent) weniger als im Jahr davor.

Daraus ergab sich als Umsatz für Grundstücksgeschäfte mit baureifen oder bebauten Grundstücken 12,11 Millionen Euro (im Vorjahr waren es 10,3 Millionen Euro). Andere verkaufte Baulandarten sorgten 2017 für acht Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 3,26 Millionen Euro (Vorjahr: 18/9,51 Millionen Euro). Im Bund läpperten sich die Baulandverkäufe auf insgesamt 16,69 Milliarden Euro (davon baureifes Land 14,08 Milliarden Euro).

Bleibt noch eine Frage, bei der die Statistik die Antwort aber mangels Erfassung schuldig bleibt. Was macht der Käufer mit dem Bauland? Bauen oder Landbanking, also auf wachsende Baulandpreise zu setzen, statt das Geld zu Niedrigzinsen auf die Bank zu tragen. Bei der derzeitigen Nachfrage ein sicheres Geschäft. Vor allem, wenn die Warnung vor dem „Flächenfraß“ die Ausweisung von Baugebieten hemmt. Hohe Preise sorgen dann vor allem für kleine Gärten – und damit auch für allenfalls kleine ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. Da wird’s dann beispielsweise eng für bienenfreundliche Blumenpracht und die Kinder spielen auf der Straße.

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Erstellt:
28. Januar 2019, 06:00 Uhr

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