Tag der Organspende am Samstag
So kann man seinen Willen zur Organspende dokumentieren
„Zeit, Zeichen zu setzen“: Unter diesem Motto steht der bundesweite Tag der Organspende am Samstag. Die Bürger werden gebeten, sich für oder gegen eine Spende zu entscheiden.
© Anna Ross/dpa/Anna Ross
Der bundesweite Tag der Organspende appelliert an die Bürger, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden (Symbolfoto).
Von red/KNA
Viele Deutsche denken sehr positiv über die Organspende. Laut einer bundesweiten Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2024 stehen der Organspende 85 Prozent der Befragten positiv gegenüber. Und 45 Prozent haben einen Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung. De facto scheiterten aber viele Spenden bislang daran, dass bei über 50 Prozent der Bürger kein schriftlicher Wille vorliegt und Hinterbliebene im Fall der Fälle vor einer Zustimmung zurückschrecken. Der bundesweite Tag der Organspende appelliert deshalb am Wochenende an die Bürger, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden und diese Entscheidung auch zu dokumentieren. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nennt Wege, wie man seinen persönlichen Willen festlegen kann.
Wie funktioniert das mit dem Organspendeausweis?
Der Klassiker für eine Dokumentation ist der Organspendeausweis. Ihn bekommt man kostenfrei beispielsweise in Arztpraxen und Apotheken oder in manchen Ämtern. Man kann ihn auch online beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bestellen oder sich ein PDF zum Ausdrucken erstellen lassen. Auf dem Ausweis kann man ankreuzen, was für einen selbst infrage kommt: ob man der Spende uneingeschränkt zustimmt, nur für bestimmte Organe oder Gewebe oder gar nicht. Man kann auch eine Person benennen, die im Fall der Fälle die Entscheidung treffen soll. Fertig ausgefüllt, wandert die Karte am besten ins Portemonnaie.
Und wie hilft eine Patientenverfügung?
Auch in Patientenverfügungen kann man seinen Willen dokumentieren. Wer eine Patientenverfügung verfasst, kann dort ebenfalls seinen Willen zur Organspende festhalten. Das Problem: Im Ernstfall muss das Dokument schnell gefunden werden. Angehörige müssen also informiert sein, wo die Patientenverfügung aufbewahrt wird. Wichtig: Es darf in der Verfügung nicht zu Widersprüchen kommen. Das kann beispielsweise passieren, wenn man einer Organspende zustimmt, aber eine künstliche Beatmung in der letzten Lebensphase ablehnt. Diese ist aber für eine Organspende für eine gewisse Zeit notwendig, weil nach einem Hirntod die Organe nur dann vital bleiben.
Ist das Organspenderegister ein guter Ersatz?
Ein Organspendeausweis kann verloren gehen. Oder man trägt ihn nicht bei sich, wenn man verunglückt. Daher gibt es seit März 2024 für Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren die Möglichkeit, eine Entscheidung im Organspende-Register des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zu hinterlegen. Der Vorteil: Im Fall der Fälle können Krankenhäuser in der zentralen Datenbank hinterlegte Erklärungen suchen und abrufen. Bislang haben sich rund 560.000 Menschen in dem Register angemeldet.
Was kann man im Organspende-Register festlegen?
Man kann eintragen, dass man nach seinem Tod Organe oder Gewebe spenden möchte oder auch nicht. Man kann auch festlegen, dass man nur bestimmte Organe spenden möchte - auch ein bestimmtes Organ auf keinen Fall. Man kann auch verfügen, dass eine andere Person im Ernstfall entscheiden soll, ob Organe oder Gewebe gespendet werden sollen. Das alles kann man kostenlos dokumentieren und auch jederzeit wieder ändern. Dabei sollte man darauf achten, dass es keine Widersprüche zwischen Organspendeausweis, Patientenverfügung und Registereintrag gibt.
Wie funktioniert das alles technisch?
Der Eintrag ins Register ist etwas kompliziert - denn es geht um Datensicherheit und Datenschutz. Zugang erhält man per Smartphone oder Computer über die Internetseite organspende-register.de: Zunächst muss man sich online ausweisen. Dafür braucht es entweder einen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion, einen elektronischen Aufenthaltstitel oder eine eID-Karte. E-Mail-Adresse und Krankenversichertennummer sollte man ebenfalls parat haben. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findet sich unter https://www.organspende-info.de/organspende-register/. Alternativ haben Nutzer über die App der Krankenkasse Zugriff auf das Register. Hier weist man sich mit der digitalen Identität (GesundheitsID) aus. Wie man die GesundheitsID einrichtet, verrät die jeweilige Krankenkasse.
