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Spahn: Testpanne in Bayern muss schnell behoben werden

dpa Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich relativ zurückhaltend über die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern geäußert.

Melanie Huml nimmt am 12. August an einer Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung an den Corona-Teststationen für Reiserückkehrer teil. Foto: Peter Kneffel/dpa

Melanie Huml nimmt am 12. August an einer Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung an den Corona-Teststationen für Reiserückkehrer teil. Foto: Peter Kneffel/dpa

„Ministerpräsident Markus Söder hat ja selbst gesagt, das sei sehr ärgerlich. Das ist ohne Zweifel so. Gleichzeitig ist es so, dass in außergewöhnlichen Zeiten auch Fehler passieren“, sagte der CDU-Politiker im ZDF-„Morgenmagazin“. „Entscheidend ist, dass sie transparent gemacht werden und sie dann schnell behoben werden. Und das macht die bayerische Staatsregierung.“

Spahn fügte hinzu: „Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass wir umfassend testen, dass auch die Bayern es möglich machen, zum Beispiel bei der Einreise mit dem Auto an den Raststätten zu testen. Aber dann müssen natürlich auch die Ergebnisse übermittelt werden.“

Am Mittwochnachmittag hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen hätten, darunter 900 nachweislich Infizierte.

Letztere sollten bis Donnerstagmittag Informationen über ihren Befund bekommen. Grund für die Verzögerungen seien vor allem Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots, erklärte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

Spahn wies ferner darauf hin, dass das sinkende Durchschnittsalter der Infizierten kein Grund zur Entspannung ist. „Wir hatten letzte Woche mit im Schnitt, also Durchschnitt mit 34 Jahren das niedrigste Durchschnittsalter seit Beginn.

Das heißt eben, dass vor allem unter Jüngeren im Moment viele Infektionen stattfinden.“ Spahn warnte aber: „Das heißt trotzdem, sehr, sehr wachsam miteinander zu sein, weil es eben doch dann zu oft auch schwerste Verläufe geben kann und eben auch Todesfälle - wenn wir nicht aufpassen, in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit.“

Die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern stößt auf heftige Kritik - auch bei Oppositionsparteien im Bund. Der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion, Alexander Graf Lambsdorff, schrieb in der Nacht zu Donnerstag auf Twitter: „900 positiv Corona-Getestete nicht zu informieren, ist Körperverletzung gegenüber denen, die diese anstecken.“ Und er griff namentlich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an, weil am Vorabend nur Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) vor den Medien Stellung genommen hatte. „Wo ist Söder? Sonst immer vorneweg, schickt er jetzt seine Gesundheitsministerin vor. Peinlich“, schrieb Lambsdorff.

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, twitterte: „Das ist das Ergebnis einer Politik der CSU, die auf Show statt Substanz setzt.“

© dpa-infocom, dpa:200813-99-147551/5

Ein Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nimmt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 (A8) einen Abstrich bei einem Autofahrer. Foto: Sven Hoppe/dpa

Ein Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nimmt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 (A8) einen Abstrich bei einem Autofahrer. Foto: Sven Hoppe/dpa

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Erstellt:
13. August 2020, 04:06 Uhr

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