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Sprache fördert Integration

Christian Lange besucht die Kindertagesstätte Lindenstraße, um sich vom Erfolg des Sprachförderprogramms zu überzeugen

„Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“: Rund zehn Sprachen sprechen die knapp 50 Kinder, welche die Kindertagesstätte Lindenstraße besuchen. Sie ist eine von fünf Einrichtungen in Backnang, die mit dem Bundesprogramm Sprachkita gefördert werden. Christian Lange überzeugte sich gestern persönlich von der gelungenen Arbeit.

Siegfried Janocha, Christian Lange und Regine Wüllenweber (von links) singen gemeinsam mit den Kindergartenkindern. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Siegfried Janocha, Christian Lange und Regine Wüllenweber (von links) singen gemeinsam mit den Kindergartenkindern. Foto: A. Becher

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. Singen, klatschen, stampfen, klopfen: Gemeinsam wird in der Kindertagesstätte Lindenstraße jeden Morgen musiziert. Am Nikolaustag sind ganz besondere Gäste gekommen, um mitzumachen. Christian Lange besuchte gestern in Begleitung von Backnangs Erstem Bürgermeister Siegfried Janocha und Regine Wüllenweber, Leiterin des Amts für Familie, Jugend und Bildung, die Kita im Akazienweg, um sich den Alltag der vier Erzieherinnen und der rund 50 Kinder genauer anzuschauen. Doch was ist an der Kita besonders, dass der SPD-Politiker vorbeischaut und mit den Kindern singt und ihnen die Geschichte vom Nikolaus vorliest?

„Knapp 90 Prozent der Kinder hier haben Migrationshintergrund“, erklärt Martina Retter, Leiterin der Kindertagesstätte. Der Kindergarten Lindenstraße ist eine der fünf Einrichtungen in Backnang, die vom Bundesprogramm Sprachkita gefördert werden. Hierfür wurde jeweils eine 50-Prozent-Stelle geschaffen, die die Erzieher im Alltag unterstützen soll, was die Sprachförderung anbelangt. Katrin Föll hat die Aufgabe übernommen, Bedarfe zu erkennen und mögliche Fördermöglichkeiten zu entwickeln. „Die Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, zitiert der SPD-Politiker den Slogan des Förderprogramms. Und das setzen die Erzieherinnen im Akazienweg vor allem mit Musik um: „Wir singen viel“, beginnt Retter, „wir wollen Sprache durch Musik und Rhythmus vermitteln, das ist eine Säule, auf der wir die Sprachförderung bauen.“

Der Backnanger Jugend- und Sozialausschuss beschloss im Oktober 2017 einstimmig, am Förderprogramm teilzunehmen, das noch bis 2020 laufen wird. In vier städtischen Einrichtungen (Heininger Weg, Im Biegel, Lindenstraße und Ob der Ekertsklinge) mit hohem Migrantenanteil wurden zusätzliche Stellen für pädagogische Fachkräfte eingerichtet. Die Ziele des Programms sind, neben einer alltagsintegrierten sprachlichen Bildung, die Zusammenarbeit mit den Familien und das Erreichen der Schulreife zu erleichtern. Aus dem Kita-Alltag in der Lindenstraße hat Retter viel Positives zu berichten: „Wir haben uns gefreut über die Möglichkeit, im Alltag Unterstützung zu bekommen und neue Impulse im Bereich der Sprachförderung zu setzen.“

Das fachliche Coaching von außen werde zwar nur bis 2020 gefördert, doch die Arbeit soll nachhaltig sein, erklärt Regine Wüllenweber. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn die Förderung noch verlängert würde“, gibt Retter den Anstoß. Da trifft sie beim parlamentarischen Staatssekretär auf offene Ohren: „Der Meinung bin ich auch. Die Herausforderungen werden größer, eine Förderung ist deshalb besonders wichtig.“

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Erstellt:
7. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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