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Systematische Suche nach Wrackteilen von Eurofighter

dpa Nossentiner Hütte. Zur Aufklärung des Eurofighter-Unglücks wird das Gelände nun systematisch abgesucht. Rund 500 Soldaten sind im Einsatz. Das Geschwader trauert, wie sein Kommodore sagt - will aber nächste Woche auch wieder fliegen.

Die Suche nach Wrackteilen geht weiter. Foto: Christophe Gateau

Die Suche nach Wrackteilen geht weiter. Foto: Christophe Gateau

Nach dem Absturz der beiden Eurofighter- Kampfflugzeuge bei Nossentiner Hütte (Mecklenburgische Seenplatte) hat die Bundeswehr ihre Aufräum- und Sucharbeiten fortgesetzt.

Bei bis zu 36 Grad Hitze suchten bis zu 40 Soldaten systematisch nebeneinander Getreidefelder und Brachflächen im Sperrgebiet ab. Andere Soldaten gingen in Nossentiner Hütte von Haus zu Haus, um private Grundstücke unter die Lupe zu nehmen.

Ziel sei es, das etwa 12 Quadratkilometer große Sperrgebiet genauestens nach Trümmerteilen der beiden Eurofighter abzusuchen, wie ein Sprecher der Luftwaffe im kleinen Nachbarort Nossentin sagte. Das sei nötig, um den Vorfall möglichst genau zu rekonstruieren. Zuvor war die Zahl der Soldaten bei dem Einsatz von 300 auf 500 aufgestockt worden.

Die beiden Maschinen des Geschwaders 73 „Steinhoff“ aus Laage bei Rostock waren am Montag bei einer Luftkampfübung zusammengestoßen und abgestürzt. Eine dritte Maschine blieb unversehrt. Ein 27-jähriger Pilot aus Mecklenburg-Vorpommern starb, der zweite - ein erfahrener Ausbilder - konnte sich mit dem Fallschirm retten und das Krankenhaus inzwischen verlassen. „Wir sind tief betroffen“, sagte der Kommodore des Geschwaders, Gero von Fritschen, der am Mittwoch erstmals die Unfallstelle besuchte. Die Stimmung unter den rund 1000 militärischen und zivilen Mitarbeitern, darunter 40 Piloten, sei getrübt. Man habe einen Kameraden verloren. Der Oberst kündigte aber an, dass trotz der Trauer voraussichtlich in der nächsten Woche die Übungsflüge wieder aufgenommen werden sollen.

Die Luftkampfübung, bei der zwei der drei Flugzeuge kollidierten und abstürzten, sei „eine von vielen Übungen, die regelmäßig geflogen werden“. In Nossentin sprach Fritschen auch mit Soldaten seines Geschwaders, die bei der Suche nach den Trümmerteilen und nach der exakten Unfallursache mithelfen.

Die Bergung der Unglücksmaschinen wird nach Angaben der Bundeswehr noch mehrere Tage dauern. Ein Grund sei die aufwendige Suche nach Trümmerteilen und die schwierige Rekonstruktion des Unglücksgeschehens. Die Unglücksmaschine, mit der der getötete Pilot flog, müsse mit einem Kran erst noch gedreht werden, um die Untersuchung fortzuführen. Der Leiter der Unfalluntersuchung, der General Flugsicherheit, habe die Wracks noch nicht zum Abtransport freigegeben, hieß es.

In Nossentiner Hütte seien die Menschen inzwischen traumatisiert, da das Unglück weit schlimmere Folgen hätte haben können und inzwischen noch mehr Wege gesperrt worden seien, sagte Bürgermeisterin Birgit Kurth. Eine der Maschinen war knapp über den Ort hinweg abgestürzt und soll den viergeschossigen Plattenbau und den Kindergarten knapp verfehlt haben. Teile der Maschine wurden im ganzen Ort gefunden, darunter an der Kita neben dem Neubaublock und auf dem Sportplatz.

Am Dienstagabend hatten mehrere Sprenggeräusche die Anwohner im Sperrgebiet verunsichert. Laut Bundeswehr waren das aber gezielte Sprengungen an einem Flugzeugwrack, damit es gefahrlos geborgen werden kann. Damit seien kleinere Mengen explosiver Stoffe an Bord des Flugzeugwracks vernichtet worden, die zum Sprengstoffnotsystem an der Maschine gehörten, deren Pilot ums Leben gekommen war.

Ein Wrackteil eines Eurofighters liegt auf einer Wiese in Nossentiner Hütte. Foto: Christophe Gateau

Ein Wrackteil eines Eurofighters liegt auf einer Wiese in Nossentiner Hütte. Foto: Christophe Gateau

Zwei Soldaten stehen an einer Straßensperre in der Nähe eines Waldgebiets bei Nossentin, wo einer der beiden Eurofighter abgestürzt ist. Foto: Daniel Bockwoldt

Zwei Soldaten stehen an einer Straßensperre in der Nähe eines Waldgebiets bei Nossentin, wo einer der beiden Eurofighter abgestürzt ist. Foto: Daniel Bockwoldt

In der Nähe einer der Absturzstellen steht ein Sikorsky CH-53 Transporthubschrauber vom Luftfahrtamt der Bundeswehr. Foto: Christophe Gateau

In der Nähe einer der Absturzstellen steht ein Sikorsky CH-53 Transporthubschrauber vom Luftfahrtamt der Bundeswehr. Foto: Christophe Gateau

Eine abgesperrte Straße in der Nähe einer der Absturzstellen in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Christophe Gateau

Eine abgesperrte Straße in der Nähe einer der Absturzstellen in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Christophe Gateau

Verteidigungministerin Ursula von der Leyen und Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, informieren sich an der Absturzstelle in der Nähe von Jabel. Foto: Jens Büttner

Verteidigungministerin Ursula von der Leyen und Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, informieren sich an der Absturzstelle in der Nähe von Jabel. Foto: Jens Büttner

Ein brennender „Eurofighter“ am Himmel über der Kleinstadt Malchow an der Mecklenburgischen Seenplatte. Foto: Thomas Steffan

Ein brennender „Eurofighter“ am Himmel über der Kleinstadt Malchow an der Mecklenburgischen Seenplatte. Foto: Thomas Steffan

Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr untersuchen ein Wrackteil auf der Spielwiese eines Kindergartens. Foto: Christophe Gateau

Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr untersuchen ein Wrackteil auf der Spielwiese eines Kindergartens. Foto: Christophe Gateau

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Erstellt:
27. Juni 2019, 08:02 Uhr

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