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Unvorsichtig

Der Datenskandal wirft Fragen auf an den Staat – und an seine Bürger

Berlin Nicht immer nur die Risiken sehen, sondern auch die Chancen – mit dieser Botschaft sind viele politische Köpfe in den vergangenen Monaten durchs Land gezogen, wenn es um die Digitalisierung ging. Nun lenkt der große Datenklau, dem jetzt Hunderte Politiker und andere Figuren des öffentlichen Lebens zum Opfer gefallen sind, den Blick zurück auf die Schattenseiten eines allzu leichtfertig-naiven Umgangs mit den eigenen Daten.

Natürlich stellen sich Fragen an die Sicherheitsbehörden, wenn nicht einmal der Staat seine obersten Repräsentanten vor solch einem Missbrauch schützen kann. Die bisherigen Erkenntnisse legen aber nahe, dass die von besonders hohen Brandmauern geschützten Netze der Regierung beziehungsweise des Bundestags möglicherweise nicht das Problem waren. Etwas vorschnell lesen sich denn auch Forderungen, der Polizei im Netz den Daten-Gegenangriff zu erlauben oder die Systeme noch weiter hochzurüsten. Es muss am Ende kein Hochleistungs-Hackerangriff gewesen sein, der die öffentlichen Sicherungssysteme in die Knie zwang und den Ruf nach mehr Staat rechtfertigen würde. Viele Daten sind nur durch einfach abzugreifende Passwörter geschützt – da sind Politiker als Privatpersonen oder Mitarbeiter in deren Umfeld offenbar genauso unvorsichtig wie viele andere Bundesbürger auch.

Insofern könnte der Vorfall dazu dienen, die geradezu freimütige oder freudige Herausgabe eigener Daten zu hinterfragen, mit der oft vermeintlich kostenlose Dienstleistungen bezahlt werden. Zumindest sollte sich jeder, der keine unliebsamen Überraschungen erleben will, mehr Gedanken um die Sicherheit seiner Daten zu Hause oder im Betrieb machen. Bessere Passwörter sind dafür kein Allheilmittel, aber schon mal ein Anfang.

christopher.ziedler@stzn.de

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Erstellt:
5. Januar 2019, 03:14 Uhr

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