VfB stößt mit Undav-Vertrag in neue Dimension vor
Der Stürmer einigt sich mit dem Bundesligisten auf eine weitere Zusammenarbeit – zu außerordentlich hohen Konditionen.
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Der Weg geht weiter: VfB-Coach Sebastian Hoeneß (li.) und Deniz Undav
Von Carlos Ubina
Stuttgart - Plötzlich ist Dynamik in die Verhandlungen gekommen. Über Nacht. Weil Deniz Undav noch vor dem Abflug mit der deutschen Nationalmannschaft zur Fußball-WM am Dienstag Klarheit über seine Zukunft haben wollte und weil der VfB Stuttgart ebenso größtes Interesse an einer Vertragsverlängerung mit dem Stürmer hatte. Also legte der Bundesligist ein zweites, nachgebessertes Angebot vor, nachdem der Spielerseite die erste Offerte nicht gut genug war. Nun gibt es nach Informationen unserer Redaktion eine Einigung. Die offizielle Bestätigung des VfB über die weitere Zusammenarbeit mit Undav steht allerdings noch aus.
Knackpunkt der Verhandlungen war die Vertragslaufzeit. Undav wollte einen Vierjahresvertrag, der VfB bot dagegen eine vorzeitige Verlängerung von drei Jahren plus Option über eine weitere Saison an. Gebunden an Leistungskomponenten. Auf diesen Abschluss haben sich Undavs Berater jetzteingelassen. Wohl wissend, dass die Stuttgarter im Falle des Torjägers erneut eine vereinsinterne Rekordmarke setzen.
Der neue Kontrakt soll bis 2029 laufen und falls die Option greift bis 2030 – auf Basis eines Jahresgehalts, das bis zu sechs Millionen Euro betragen kann. Eine Dimension, die beim VfB Stuttgart bisher nicht erreicht wurde, aber auch eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte mit Undav, der den Club im Sommer 2024 nach einer Leihe die Ablösesumme von knapp 30 Millionen Euro an Brighton & Hove Albion in England gekostet hatte – Höchstwert in der Vereinsgeschichte.
Das ursprüngliche Arbeitspapier war bis 2027 datiert und ließ Undav viereinhalb Millionen Euro pro Saison verdienen. Nun setzt der VfB seinen Weg mit ihm fort. Zu außerordentlichen Konditionen, da sich das Gesamtpaket des Vertragswerks auf mehr als 30 Millionen Euro beläuft. Denn der 29-Jährige erhält allein für seine Unterschrift drei Millionen Euro zusätzlich und die Berater kassieren noch ihre Provisionen.
Die Summe entspricht im Grunde den Mehreinnahmen, die der Tabellenvierte der Bundesliga durch die Qualifikation für die Champions League zunächst generiert. Dennoch ist man an der Mercedesstraße 109 in Bad Cannstatt überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Aus sportlichen Gründen, weil der Angreifer erneut bewiesen hat, dass er ein Torgarant ist – mit seiner speziellen Spielweise. So hat er in der abgelaufenen Spielzeit in 46 Pflichteinsätzen 25 Tore erzielt, häufig entscheidende. Zudem bereitet er mit seiner Schlitzohrigkeit regelmäßig auch Treffer vor – 14 diesmal. Weshalb der Chefcoach Sebastian Hoeneß nicht auf ihn verzichten mag.
Über den Platz hinaus funktioniert Undav als Führungskraft in der Kabine und als Figur in der Öffentlichkeit. Der Stürmer gehört seit drei Jahren zu den Stützen der Mannschaft und hatte maßgeblichen Anteil am Aufschwung des VfB. Dokumentiert durch die Vizemeisterschaft 2024, den Pokalsieg 2025 und den erneuten Einzug in die Königsklasse zuletzt. Zudem ist der Nationalspieler der größte Publikumsliebling in den Stuttgarter Reihen. Die Massen reagieren auf ihn, da es aufgrund seiner fannahen Art eine besondere Verbindung zwischen ihm und den Anhängern gibt, von klein bis groß.
Das alles zusammen genommen, hat den Vorstand mit AG-Boss Alexander Wehrle und Sportchef Fabian Wohlgemuth sowie dem Aufsichtsrat um den Präsidenten Dietmar Allgaier dazu bewogen, bei Undav nicht nur zu berücksichtigen, wie wertvoll er auf dem Rasen ist. Sondern ebenso abzuwägen, wie der Traditionsverein darüber hinaus von dem Star profitiert. Diskussionen inklusive. Und nun hat der Vertragsabschluss doppelte Signalwirkung – in das Team hinein, aber auch außerhalb des VfB.
