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Virologe fordert „Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten“

dpa Frankfurt. Wie soll man in Zukunft in Deutschland und der Welt umgehen mit Infektionskrankheiten? Der Bonner Virologe Hendrik Streeck macht Vorschläge. Und warnt vor noch gefährlicheren Viren als Sars-CoV-2.

Professor Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn. Foto: Federico Gambarini/dpa

Professor Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn. Foto: Federico Gambarini/dpa

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert angesichts der Corona-Pandemie schnelle Eingriffsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten auf nationaler und internationaler Ebene.

So müsse etwa die Weltgesundheitsorganisation gestärkt werden, sagte Streeck in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Seiner Meinung nach sollte es „ein Emergency Response Team der WHO“ geben. „Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindämmen kann.“

Auch für Deutschland wünscht er sich „eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten.“ Diese solle ein Verband sein, der national agiere, „nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder“. Für sinnvoll hält er, einen solchen Verband „beim Robert-Koch-Institut anzudocken“. Dieser solle eigenes Eingreifpersonal haben und auch auf das Technische Hilfswerk zurückgreifen können. Bei der Pandemie-Bekämpfung in Deutschland hatte es immer wieder Diskussionen um ein bundeseinheitliches Vorgehen gegeben. Alleingänge einzelner Länder, etwa bei Lockerungen der Schutzmaßnahmen, waren wiederholt in die Kritik geraten.

Der Virologe warnte zugleich vor weiteren und möglicherweise noch gefährlicheren Pandemien in der Zukunft. „Das kann passieren“, sagte Streeck. Auch ein bekanntes Virus könne sich verändern und aggressiv werden, wie die Spanische Grippe vor hundert Jahren. „Oder die Aedes-Mücke wird durch den Klimawandel bei uns heimisch, und wir bekommen es mit Dengue-Fieber zu tun.“

© dpa-infocom, dpa:200628-99-590609/2

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Erstellt:
28. Juni 2020, 09:04 Uhr

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