Krieg in Nahost
Warum ist Diesel aktuell manchmal teurer als Benzin?
Diesel war lange Zeit günstiger als Benzin, doch die Preisunterschiede schrumpfen. Besonders deutlich wird das seit der Eskalation im Nahostgebiet. Die Antwort liegt in einer Mischung aus Geopolitik, Nachfrage und Umweltauflagen.
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Warum Diesel aktuell teurer als Benzin ist, liegt an geopolitischen Spannungen, Heizöl-Nachfrage und CO2-Bepreisung. Erfahren Sie die Hintergründe.
Von Matthias Kemter
An deutschen Tankstellen fällt auf: Diesel und Benzin kosten fast gleich viel. Oft ist Diesel bereits teurer als E10-Benzin. Dabei galt Diesel lange als der günstigere Kraftstoff. Doch die Zeiten ändern sich. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und reichen von geopolitischen Spannungen bis hin zu Umweltvorgaben.
1. Geopolitische Spannungen treiben die Ölpreise
Die weltpolitische Lage hat einen erheblichen Einfluss auf die Preise an den Zapfsäulen. Insbesondere Krisen wie der aktuelle Iran-Konflikt führen zu Unsicherheiten auf den globalen Märkten. Der Iran, ein zentraler Akteur im Ölhandel, hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus(eine der wichtigsten Handelsrouten für Rohöl) eingeschränkt. Diese Störungen treiben die Ölpreise in die Höhe. Diesel reagiert dabei empfindlicher auf solche geopolitischen Spannungen, da er weltweit stärker nachgefragt wird, insbesondere von Industrien und Logistikunternehmen.
2. Heizöl und Diesel: Ein untrennbares Duo
Ein weiterer Faktor ist die enge Verbindung zwischen Diesel und Heizöl. Beide Produkte entstehen in der Raffinerie aus ähnlichen Prozessen. Ein kalter Winter oder eine erhöhte Nachfrage nach Heizöl reduziert die Verfügbarkeit von Diesel, was die Preise steigen lässt. Diese sogenannte „Heizöl-Effekt“ zeigt sich besonders in den Wintermonaten, wenn die Heizölnachfrage ihren Höhepunkt erreicht.
3. Importabhängigkeit bei Diesel
Während Deutschland bei Benzin weitgehend autark ist, muss etwa ein Drittel des Diesels importiert werden. Das macht die Preise anfälliger für Schwankungen auf den internationalen Märkten. Länder wie China, die eine hohe industrielle Nachfrage haben, beeinflussen die Dieselpreise weltweit. Diese Abhängigkeit von Importen sorgt dafür, dass Diesel stärker von globalen Entwicklungen betroffen ist als Benzin.
4. CO2-Bepreisung und THG-Quote
Die Einführung und schrittweise Erhöhung des CO2-Preises in Deutschland hat ebenfalls dazu beigetragen, den Preisunterschied zwischen Diesel und Benzin zu verringern. Diesel wird durch den CO2-Preis stärker belastet, da er mehr Emissionen verursacht. Im Jahr 2026 liegt der CO2-Preis bei bis zu 65 Euro pro Tonne, was Diesel um etwa 3,2 Cent pro Liter verteuert. Hinzu kommt die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote), die Mineralölkonzerne verpflichtet, den Anteil nachhaltiger Biokraftstoffe zu erhöhen. Auch diese Maßnahme wirkt sich stärker auf Diesel aus.
5. Regionale Unterschiede durch Logistik und Infrastruktur
Die Preise an den Tankstellen variieren stark je nach Region. In Ostdeutschland sind Diesel und Benzin oft teurer als im Westen. Gründe dafür sind unter anderem die geringere Anzahl an Raffinerien und längere Transportwege. Diese logistischen Herausforderungen erhöhen die Kosten und schlagen sich in den Preisen nieder.
